Junge Leute sehen Europa als Chance
Terry Reintke tritt am 25. Mai bei der Europawahl an. Für die 28-jährige Grünen-Politikerin hat Europa mehr zu bieten als die oft nach außen getragenen Belanglosigkeiten.

Warum Europa vor allem für junge Menschen viel zu bieten hat, erklärt sie im „Glocke“-Interview.

„Die Glocke“: Sie sind in Gelsenkirchen aufgewachsen, haben in Berlin und Edinburgh studiert und in Brüssel und Sarajevo gelebt. Sehen Sie sich eher als Europäerin oder als Deutsche?

Terry Reintke: Ich fühle mich eher als Europäerin. Die Frage nach Identität ist ja sehr vielschichtig. Ich identifiziere mich auch stark mit dem Ruhrgebiet. Heimatgefühle assoziiere ich aber mit Menschen und nicht mit Orten. Und da meine Freunde überall in Europa leben, fühle mich dort auch zu Hause.

„Die Glocke“: Wie sehen Jugendliche Europa?

Reintke: Es wird oft gesagt, dass sich junge Menschen nicht für Politik und Europa interessieren. Dem widerspreche ich. Ich war europaweit auf Demonstrationen und glaube, dass junge Leute Europa durchaus als Chance sehen. Oftmals sind sie aber frustriert, weil in der Politik zu wenig oder etwas zu langsam passiert. Wir müssen die Politik besser machen.

„Die Glocke“: Sie wenden sich gegen das Bild, dass in Europa vor allem von älteren Männern Politik gemacht wird. Sie sagen, Europa ist rebellisch.

Reintke: Es wird immer nur gezeigt, wie Anzugträger in dunklen Hinterzimmern Verträge unterschreiben. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Dass Vieles in Europa durch junge Menschen auf den Weg gebracht wurde, wie die Demokratie- und Freiheitsbewegung in Osteuropa oder die Frauenbewegung, wo viele Jugendlichen auf die Straße gegangen sind, wird oftmals vergessen.

Weitere Einschätzungen zu Europa lesen Sie in der Ausgabe der „Glocke“ vom 19. Mai. Ab 16 Uhr ist Terry Reintke am Montag, 19. Mai., in der Alten Post in Oelde zu Gast.

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