Juniorwahl im Thomas-Morus-Gymnasium
Bild: Hövelmann
Vor dem Hintergrund der Europawahl nimmt das Thomas-Morus-Gymnasium Oelde derzeit an der Juniorwahl teil. Das Bild zeigt (v. l.) Marius Köhler, Simon Nienaber, Lotta Dittrich und Melina Perez Gomez sowie Lisann Orlia.
Bild: Hövelmann

Auch am Donnerstag noch können die Schüler den Gang zur Wahlurne testen. Insgesamt 207 junge Erwachsene ab der Jahrgangsstufe neun haben die Möglichkeit dazu. Eine der ersten, die diese Chance nutzte, war am Dienstag Lisann Orlia. „Mir ist es wichtig, mich schon in jungen Jahren zu engagieren“, sagte die 15-Jährige. Dem stimmte Laura Hellmers zu. Politische Bildung sei ihr ein Anliegen. „Deswegen bin ich in der Jungen Union“, betonte sie.

Wahlbenachrichtigungen verschickt

Auch wenn der Wahlvorgang nur simuliert wurde, durfte Authentizität nicht fehlen: Jeder Wahlberechtigte hatte im Voraus eine Wahlbenachrichtigung erhalten – so, wie es regulär der Fall ist. Diese wurde vom Wahlvorstand zusammen mit dem Personalausweis vor dem Gang in die Kabine kontrolliert. Schließlich wurde der Name aus dem Wählerverzeichnis gestrichen. „Es muss ja auch alles seine Ordnung haben“, sagte Simon Nienaber, der zusammen mit seinen Mitschülern Marius Köhler, Lotta Dittrich und Melina Perez Gomez den Wahlvorstand bildete.

Das Interesse der Schüler an dem Projekt sei groß, stellte der betreuende Referendar Nils Helmschrott heraus. Das habe er im Vorfeld gemerkt. Im Unterricht hatte er zusammen mit den Schülern die Europawahl vorbereitet. So wurden unter anderem Wahlplakate der Parteien unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Juniorwahl wird den Schülern nach der Europawahl am Sonntag bekanntgegeben. „Und im Unterricht nachbereitet“, kündigte Helmschrott an. So nehme man unter anderem die Stimmverteilung in den Blick. „Wir werden schauen, welche Auswirkungen der Ausgang dieser Wahl für Europa gehabt hätte.“

Größtes Schulprojekt zur politischen Bildung

Seit 1999 findet die Juniorwahl bundesweit zu Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen statt. Träger des Projekts ist der gemeinnützige und überparteiliche Verein Kumulus. Die Juniorwahl ist nach Angaben der Organisatoren Deutschlands größtes Schulprojekt zur politischen Bildung. Sie führe unter anderem zu mehr politischen Diskussionen innerhalb der Familien. Die Zahl der jugendlichen Zeitungsleser verdreifache sich. Bislang haben mehr als drei Millionen Schüler teilgenommen. Allein zur Bundestagswahl 2017 beteiligten sich 3490 Schulen mit knapp einer Million Schüler. Die Teilnahme für die Schulen ist kostenlos. Sie werde durch Projektpartner finanziert.

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