Kammerchor hinterlässt tiefen Eindruck
Bild: Mathmann
Beim Konzert des Europäischen Kammerchors in der Oelder St.-Johannes-Kirche hat das Vokalensemble am Samstagabend Gospels und Spirituals aus dem Programm „Hallelujah“ vorgetragen, das es kürzlich auf CD aufgenommen hat.
Bild: Mathmann

Volker Hempfling (Deutschland) und Stanley Engebretson (USA) haben für ein Chorbuch mit Gospels und Spirituals traditionelle Arrangements zusammengetragen und die Sammlung mit eigenen Klangschöpfungen ergänzt. Diesem Chorbuch waren alle Stücke des Konzerts entnommen. Es war faszinierend, wie das Vokalensemble die verschiedenen Stilrichtungen und deren ganzes Spektrum von Klangvorstellungen und Ausdrucksmöglichkeiten in mitreißenden Interpretationen vorstellte.

Klassische Gospels und Spirituals

Zu hören waren außer beliebten klassischen Gospels und Spirituals wie „Go Down, Moses“, „Nobody Knows The Trouble I’ve Seen“ oder „My Lord What a Morning“ auch weniger bekannte Stücke, sodass die ganze Bandbreite dieser Musik repräsentiert wurde. Die anrührenden Inhalte der Songs waren der Wunsch nach Freiheit von der Sklaverei, wofür die großen Gestalten des Alten Testaments wie Moses, Elias oder Daniel als Vorkämpfer galten, und die Hoffnung auf ein besseres Leben, frei von Schmerz und Leid, hier und im Jenseits.

Die Arrangements waren zum Teil kunstvolle a-cappella-Sätze, in denen der Chor seine Intonationssicherheit unter Beweis stellte. Überwiegend aber wurden die Sängerinnen und Sänger durch einfühlsam zurückhaltende, manchmal auch feurig brillante Klavierbegleitung unterstützt, die von Prof. Dr. Stan Engebretson persönlich gestaltet wurde.

Heimspiel für Sopranistin Raphaela Hein

Aus dem Chor traten als Solisten hervor Moritz Temme (Tenor), Irfan Berilo (Bariton) und die aus Oelde stammende Sopranistin Raphaela Hein, die bei ihrem Heimspiel mit gewaltigem Applaus gefeiert wurde. Für die erkrankte Altistin sprang bei einem Lied Stan Engebretson ein und erhielt dafür viel Beifall.

Der charismatische Dirigent Michael Reif spornte in energischem Dirigat seine Sänger zu Höchstleistungen an. Das Vokalensemble des Kammerchors demonstrierte Chorgesang auf höchstem Niveau: lupenreine Intonation, rhythmische Präzision und eine schier unglaubliche Spannweite der Dynamik, die von sanften Tönen bis zu raumfüllendem Fortissimo reichte. Die atemberaubend schönen, zu Herzen gehenden Interpretationen hinterließen bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck.

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