Kandidaten für Presbyter-Amt gesucht
Bild: Reimann
Pfarrerin Melanie Erben sowie die Presbyter Andreas Mika und Petra Nienhaus (v. l.) hoffen auf evangelische Oelder, die das Presbyter-Team vervollständigen wollen. Am Freitag, 13. November, wird im Rahmen einer Gemeindeversammlung ab 19 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus über die Presbyter-Wahlen informiert.
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Leicht wird diese Aufgabe nicht sein, das wissen die drei. Doch sie hoffen, dass ein entscheidender Schritt am Freitag, 13. November, getan werden kann. Denn an dem Tag findet in Oelde ab 19 Uhr eine Gemeindeversammlung statt. An jenem Abend wird die Evangelische Gemeinde über die Presbyteriumswahlen informiert. Dann beginnt auch die einwöchige Frist, in der sich Kandidaten melden können.

 In den vergangenen Jahren habe es keine Wahlen gegeben, da sich nicht genügend Kandidaten gefunden hätten, bedauert Pfarrer Melanie Erben. So wurden die, die sich zur Verfügung stellten, nur berufen. „Aber wir streben eine Wahl an“, betont die Pfarrerin. Zumal das Amt eines Presbyters spannend und interessant sei.

Je nach Interessenslage könne man sich in bestimmte Aufgabenfelder einbringen, berichten die Presbyter Petra Nienhaus und Andreas Mika. Im Bereich Kindergärten müssten zum Beispiel viele personelle Entscheidungen getroffen werden, das Thema Finanzen sei immer spannend, und auch für die Gebäude ist das Presbyterium verantwortlich. Mit 10 bis 15 Stunden Aufwand im Monat komme man gut hin, schätzt Petra Nienhaus. „Der Zeitaufwand liegt auch am jeweiligen Amt und was man daraus macht“, betont Melanie Erben.

 „Ich hatte am Anfang fünf Fragezeichen im Gesicht“, berichtet Petra Nienhaus von ihren Anfängen. „Aber jeder hilft einem. Und die Truppe ist nett“, wirbt sie um Mitstreiter. „Es ist ein vielfältiges Ehrenamt“, sagt Andreas Mika. Und ein „Amt mit viel Verantwortung und vielen Entscheidungen“, verdeutlicht Melanie Erben.

Kandidieren kann jeder in Oelde lebende evangelische Christ, der mindestens 18 Jahre alt ist. Einschränkungen gibt es bei bestimmten Verwandtschaftsgraden. So darf der Kandidat nicht mit einem Presbyter liiert sein. Jeder Kandidat braucht fünf wahlberechtigte Unterstützer. Bis zum 20. November müssen die Kandidaten benannt sein. Am 14. Februar 2016 wird dann gewählt – sofern die evangelischen Christen in Oelde dann die Wahl haben.

Hintergrund

Jede der 515 evangelischen Kirchengemeinden in Westfalen wird von einem Presbyterium geleitet. Ihm gehören die von den Gemeindemitgliedern gewählten Presbyterinnen und Presbyter und die Pfarrer an. Das Presbyterium ist verantwortlich für die Verkündigung des Wort Gottes und den gesamten Dienst der Gemeinde. Es wählt die Pfarrerinnen und Pfarrer, verwaltet die Kirchengemeinde und entscheidet bei der Aufstellung des Haushaltes auch über die Verwendung der Kirchensteuern. Die Männer und Frauen im Presbyterium haben sich in aller Regel auf bestimmte Aufgabengebiete spezialisiert, zum Beispiel Kindergarten, Jugendarbeit, Bauangelegenheiten oder Friedhofsfragen, verantwortet aber wird alles gemeinsam. In Oelde treffen sich die Presbyter in der Regel einmal im Monat zu einer rund dreistündigen Sitzung. Im Durchschnitt einmal pro Monat hilft ein Presbyter im Gottesdienst (Lesung/Kollekte einsammeln/bei Taufe assistieren). Der weitere Aufwand hängt vom jeweiligen Einsatz ab.

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