Mähdrescher von 1966 im Einsatz
Bild: Kalläne
Stolz auf den Mähdrescher Claas Europa, Baujahr 1966, sind (v. l.) Heinz-Günther Lütke-Dörhoff, Lea, Marcel, Hubert Lütke-Dörhoff, Bernd Dirkmann, Martin Knoche und Wolfgang Nordhues.
Bild: Kalläne

Das schon historisch anmutende Modell eines Mähdreschers haben Wolfgang Nordhues und Heinz-Günther Lütke-Dörhoff wieder auf Vordermann gebracht. Für Wolfgang Nordhues und Heinz-Günther Lütke-Dörhoff ist die Pflege des 45 Jahre alten Dreschers zur Leidenschaft geworden. Der Claas-Europa von 1966 ist um einiges kleiner als sein hochmoderner Enkel Lexion 460. Die Schnittbreite beträgt bei dem Oldtimer nur 2,10 Meter. „Für eine Bahn mit dem modernen Drescher muss ich mit dem alten vier Mal fahren“, erklärt Wolfgang Nordhues.

In einem Urlaub hatte der Landwirt den Mähdrescher Claas-Europa, Baujahr 1966, entdeckt. „Er war in einem guten Zustand“, erinnert sich Wolfgang Nordhues. Gemeinsam mit Heinz-Günther Lütke-Dörhoff hat er sich den Drescher angeschafft. „In den 1960er-

Jahren wurden 24 000 Einheiten von diesem Typ produziert“, weiß Heinz-Günther Lütke-Dörhoff. Der 45 PS starke Drescher ist heutzutage eine Seltenheit. „Er wird einer der ältesten funktionsfähigen Mähdrescher im Raum Oelde sein“, vermutet Wolfgang Nordhues.

Für die Oelder ist die Beschäftigung mit dem Claas-Europa mehr als ein Hobby, sie weckt auch Erinnerungen an die Kindheit. „Mit dem Modell nach dem Claas-Europa, dem Mercator, der schon eine Schnittbreite von drei Metern hatte, sind wir groß geworden“, erinnert sich Lütke-Dörhoff. Die Technik des Mähdreschers aus dem Jahr 1966 ist rein mechanisch. Nur die Beleuchtung, der Anlasser und die Hupe werden elektrisch angesteuert.

Als in diesen Sommertagen einmal die Sonne verlässlich scheint, holen die beiden Oelder das historische Gefährt aus der Scheune und fahren damit aufs Feld. Im Vergleich zum Lexion 460 wirkt der Claas-Europa klein und altertümlich. Computertechnik, Allradantrieb, 360 PS, Raupenfahrwerk – all dieses moderne Zubehör kennt das historische Fahrzeug nicht. In einer Stunde schafft Fahrer Michael Schlieper mit dem Lexion 460 zweieinhalb Hektar Ackerfläche. Da kann der Claas-Europa nicht mithalten. „Aber früher war diese Hektik auch nicht nötig“, sagt Michael Schlieper. Falls das Getreide nass wurde, musste es eben getrocknet werden, fügt der Oelder Ortslandwirt Hubert Lütke-Dörhoff hinzu. Das Zeitfenster zum Dreschen sei in diesem Jahr aus Witterungsgründen besonders eng gewesen.

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