Märchenhaft und zum Brüllen komisch
Bild: Schomakers
Happy End für die Zwerge: Schneewittchen ist gerettet. Das Bild zeigt (v.l.) Bernd Knepper, Timo Strothmeier, Regina Dünninghaus-Opitz, Harry Stroh, Robert Frohne, Peter Brockmann (verdeckt) und Michael Garthoff bei der Premiere von „7 Zwerge zurück aus der Zukunft“.
Bild: Schomakers

Und das für einen guten Zweck. Mit der Premiere ihres Stücks „7 Zwerge zurück aus der Zukunft“ ist den Schauspielern um Stadtschützenkönig Uwe Opitz am Freitagabend ein Projekt gelungen, das sie sich zunächst wohl nicht einmal selbst zugetraut hatten. Denn zwischen einer Bierlaune beim Stadtschützenfest 2015, die märchenhafte Züge bekommt, weil sich die Obristen plötzlich als die sieben Zwerge auf der Bühne sehen, und einem abendfüllenden Theaterstück liegen Welten.

Doch die Sieben und ihre Mitspieler, allen voran ihre Frauen, haben den Sprung geschafft und dafür auf den richtigen Mann gesetzt: Mit Regisseur Hendrik Becker, der als Profi die Fäden in der Hand hält, ist es ihnen gelungen, aus dem Nichts ein Stück zu schaffen, das von all dem lebt, das den Oelder Alltag und insbesondere das Schützenwesen ausmacht. Wer sich darin auskennt – und das trifft auf den Großteil der insgesamt etwa 800 Zuschauer in den vier Aufführungen zu – wird mit Pointen und Anspielungen auf typische Befindlichkeiten beschossen. Und das am Freitagabend auch höchst aktuell. Denn wie sagt Zwerg Bubbi (Robert Frohne), der die Grenze zwischen Oelde Nord und Süd sichert: „Der Norden hat frische Luft, der Süden die Autobahn, der Norden hat Strom, der Süden nicht.“

Mit viel Liebe zum Detail hat Becker mit den Schauspielern die zügig gespielten Szenen entwickelt. Diese spiegeln nicht nur die Freude der Darsteller am Schützenwesen wider und daran, sich selbst aufs Korn zu nehmen, sondern auch die Bedeutung, die sie dem Erzählen von märchenhaften Geschichten wiedergeben möchten. Ganz im Sinn der Burgbühne Stromberg, für die sie im Burggrafen auf der Bühne stehen – nach etwa einem halben Jahr Probenarbeit. Dass Becker selbst als eine Art Erzähler mitspielt, damit die Szenen verbindet und Tempo macht, ist ein kluger Schachzug, ebenso der, viel Musik, zum Teil mit eigenen Texten, einzubauen – bis hin zum Solo von Schneewittchen (Regina Dünninghaus-Opitz).

Das Publikum geht von Anfang an mit, klatscht begeistert zur Musik und trägt das Ensemble bis zum Happy End, an dem niemand mehr sitzt im Saal. Der Rest ist Applaus. Und ein dreifaches Horrido. Hut ab!

SOCIAL BOOKMARKS