Milchkonsum: „Die Dosis macht das Gift“
Bild: Reimann
Auf Einladung der Arthrose-Gruppe Oelde referierte Prof. Dr. Bodo Melnik im Haver-Forum vor mehr als 120 Zuhörern zu gesundheitlichen Aspekten von Milch- und Milchprodukten.
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Milch ist seiner Meinung nach mitverantwortlich für eine ganze Reihe von Zivilisationskrankheiten, darunter Diabetes, Übergewicht und Krebs. Und auch bei Arthrose habe erhöhter Milchkonsum für die Betroffenen schlimme und vor allem schmerzhafte Folgen. Denn die essenziellen Aminosäuren, die mit Milch und Milchprodukten aufgenommen werden, vermindern die Fähigkeit des Körpers, schmerzhafte entzündliche Prozesse, die mit der Gelenkerkrankung einhergehen, zu lindern.

„Forscher der Universität Oxford konnten nachweisen, dass bei verminderter Aufnahme von essenziellen Aminosäuren, wie sie in Milch in hoher Konzentration vorkommen, Entzündungen deutlich zurückgehen“, erklärte Melnik beim Vortragsabend im Haver-Forum, zu dem die Arthrose-Gruppe Oelde eingeladen hatte.

„Milch ist mehr als ein normales Lebensmittel. Sie aktiviert das sogenannte mTORC1-Signalsystem, das in den Körperzellen unter anderen für das Wachstum verantwortlich ist“, betonte Melnik. Was beim Säugling den gewünschten Prozess, nämlich Wachstum, auslöse, werde in späteren Lebensphasen durch die ständige Überversorgung mit tierischen Eiweißen zum Problem. So gebe es bereits Studien, die ein erhöhtes Risiko von Prostatakrebs, Brustkrebs oder Diabetes im Zusammenhang mit hohem Milchkonsum nachwiesen.

Einem völligen Verzicht auf Milch redete Prof. Melnik nicht das Wort. Ein Glas Milch täglich sei sicher kein Problem. Aber: „Wir müssen sensibler mit der Thematik umgehen. Die Dosis macht bekanntlich das Gift“, sagte er und empfahl grundsätzlich eine Form der Ernährung, bei der weitgehend auf Milchprodukte sowie Fleisch und Wurstwaren verzichtet wird.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Freitag in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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