Münsterstraße: keine Befragung, kein Test
Bild: Hahn
Nur ein kurzes Stück der Münsterstraße in Stromberg darf vom Oelder Tor aus befahren werden, nach etwa 50 Metern beginnt die Einbahnstraße. Wer zum Marktplatz möchte oder zum oberen Teil der Münsterstraße, muss von Oelde kommend den Umweg über Hüffer- und Daudenstraße nehmen.
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„Es muss sein, damit Ruhe einkehrt“, hatte Anne Wiemeyer (FDP) zuvor zur Begründung ihres Antrags auf Befragung aller Stromberger Haushalte über die gewünschte Fahrtrichtung auf der Münsterstraße gesagt. Außerdem müsse man „einhalten, was ursprünglich versprochen wurde“. Anders als die SPD sei die FDP der Meinung, dass die Stromberger in dieser Frage auch ohne eine Testphase entscheiden könnten. So aber sei „das Thema nicht zufriedenstellend gelöst“ und „Stromberg entzweit“.

 Für die SPD ging dagegen kein Weg daran vorbei, acht Wochen lang die Einbahnstraße in der Gegenrichtung befahren zu lassen und anschließend die Stromberger über die gewünschte Variante entscheiden zu lassen. Hiltrud Krause führte aus, es sei zwingend, beide Richtungsvarianten miteinander zu vergleichen. Die damalige Empfehlung des Bezirksausschusses habe auf dem unzulässigen Vergleich der zweispurigen mit einer Einbahnstraßenvariante beruht. „Die Leute wollen den Test“, bekräftigte sie und ergänzte später fast genervt: „Meine Güte, nur acht Wochen.“ Ebenso wie Anne Wiemeyer nannte Hiltrud Krause die Situation am nördlichen Ende der Münsterstraße nicht ideal etwa für Schulkinder.

 Vertreter von CDU, OZO, FWG und Grünen verwiesen dagegen vor der Abstimmung auf die Empfehlung des Bezirksausschusses in dieser Sache. Es habe ein „eindeutiges Votum“ gegeben, bekräftigte Hubert Meyering als Sprecher des entsprechenden Arbeitskreises im Ausschuss.

Ausschuss hat zweimal entschieden

Seitens der Verwaltung werde er initiativ keine Änderung an der Münsterstraße herbeiführen, erklärte Bürgermeister Karl-Friedrich Knop in der Ratssitzung am Montag. Er respektiere die Entscheidung der gewählten Bezirksausschussmitglieder und werde dem Vorsitzenden nicht „in den Rücken fallen“.

Zu Beginn der Sitzung hatte Knop noch einmal ausführlich den Werdegang der Entscheidung zur Verkehrsführung an der Münsterstraße dargestellt. Nach der mehrfachen Bitte des Bezirksausschusses um eine Einbahnstraßenregelung habe der Fachdienst zunächst eine Testphase gestartet und diese nach Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung als Langfristlösung befürwortet. Eine Anwohnerabfrage durch den Bezirksausschussvorsitzenden habe ergeben, dass eine Mehrheit dies unterstützte. Entsprechend erging Anfang 2014 die einstimmige Empfehlung des Ausschusses.

 Nach einer Unterschriftenaktion der Gewerbetreibenden seien Anwohner und Gewerbetreibende erneut befragt worden. Wieder habe eine Mehrheit eine Beibehaltung der derzeitigen Regelung gewünscht. Nach der Kommunalwahl habe der Bezirksausschuss dies im August 2014 mehrheitlich empfohlen – der Rat folgte.

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