Musikschule zieht in die Alte Post ein
Bild: Hoischen
Der Umzug der Oelder Musikschule in das Gebäude der Alten Post läuft nach Plan: (v. l.) Bauleiter Ludwig Beckmann vom Fachdienst Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt Oelde, Dr. Wolfgang König, Leiter der Musikschule Beckum-Warendorf, und Stadtmitarbeiter Andreas Langer (Fachdienst Zentrale Gebäudewirtschaft) sind sicher, dass der Betrieb pünktlich am 7. September aufgenommen werden kann.
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„Es ist keine Liebesheirat“, wie Stadtpressesprecher Thomas Wulf, betont, sondern eine Entscheidung aus finanziellen Erwägungen. Die Stadt Oelde hat die gemieteten Räume über der Polizei am Hermann-Johenning-Platz zum 1. August aufgegeben, um die Musikschule in einer eigenen Immobilie unterzubringen. Die Alte Post beherbergt auch das Jugendzentrum. Standen der Musikschule bisher 310 Quadratmeter zur Verfügung, sind es am neuen Standort nur noch knapp 200.

Allerdings gibt es eine Kooperation mit der Overbergschule. Nach deren Umzug in das ehemalige Roncalli-Schulgebäude können dort die renovierte Aula und zwei Musikräume mitgenutzt werden. „An der Overbergschule starten wir nach den Ferien mit einer Musikklasse“, erklärt Dr. Wolfgang König, als Leiter der Musikschule Beckum-Warendorf zuständig für den Bereich Oelde. „Das Projekt macht die Verflechtung mit der Overbergschule enger“, sagt Dr. König. Diese Entwicklung habe Perspektive, denn auch andere Einrichtungen mit Ganztagsbetrieb würden an die Musikschule herantreten. „Unser eigenes Zeitfenster wird durch den Ganztag kleiner“, erklärt der Leiter, daher sei eine Dezentralisierung zukunftsweisend. Bis 2020 hätten fast alle Schulen auf Ganztag umgestellt.

Der Umzug in die Alte Post ist zugleich ein Weg zurück zu den Wurzeln. Weil das Zusammenspiel zwischen Musikern und Jugendzentrum damals aus akustischen Gründen nicht funktioniert hatte, war die Musikschule ausgezogen. Diesmal sollen enge Absprachen und bauliche Veränderungen Unstimmigkeiten vermeiden. Das Schlagzeug als lautestes Instrument wird unter dem Dach auf einem speziellen Podest untergebracht, das den Schall mindern soll. Es wird von Musikern und Jugendzentrum wechselseitig benutzt. Unter dem Gymnastikraum wurde ein neuer, schwimmender Estrich verlegt, damit Tanzen und Springen Schülern und Lehrern in den darunterliegenden Räumen nicht den Nerv rauben. Zeitliche Absprachen, wann zum Beispiel im Jugendzentrum der Verstärker zum Einsatz kommt, sollen für eine friedliche Nachbarschaft sorgen. „Goodwill muss von beiden Seiten aufgebracht werden“, betont Bauleiter Ludwig Beckmann von der Stadt Oelde, der noch Nachbesserungen in Form von schallschluckenden Vorhängen oder Stellwänden in Aussicht stellt.

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