Natur deckt den Tisch mit Beeren
Bild: Reimann
Lernen geht über Probieren: Weißdorn-, Lindenblüten-, Holunderblütengelee, Schlehen- oder Hagebuttenmus und Fichtensprossensirup – alles kann auf dem Hof Mackenberg in Sünninghausen gekostet werden, um zu sehen, was man vielleicht selbst einmal herstellen möchte. Gabi Mackenberg (r.) hat jedem Produkt ein Rezept beigelegt. 
Bild: Reimann

 Ob zu Mus, Gelee oder Likör, ob mit Heilwirkung oder zum Genießen, Naturfreunde haben die Wahl. Gabi Mackenberg weiß, wie groß die Nachfrage von Interessierten ist, wenn es um Kräuterwanderungen, Orchideenführungen oder um die Früchte des Waldes geht. Ihre Führungen am Mackenberg sind immer stark nachgefragt, zumal sie – pädagogisch wertvoll, aber auch überaus köstlich – über die verschiedenen Sinne lernen lässt. Nach dem Gang durch die Natur können die Teilnehmer die Produkte, die aus den Beeren und Früchten entstehen, kosten und sich Rezepte aufschreiben.

 Die Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit des Oelder Hegerings und Volkshochschul-Referentin muss mit ihren Kursteilnehmern nicht weit gehen, um zahlreiche Beeren und Früchte am Wegesrand auszudeuten. Da ist die Vitamin-C-haltige Hagebutte, die viel Arbeit verspricht, wenn man Samen und Fäden entfernt und sie zum Beispiel zu Kompott als Beilage für Wildgerichte zubereitet. Oder die Schlehe, deren Frucht erst nach zwei, drei Frosttagen süß wird. „Das wissen die Vögel auch“, berichtet Gabi Mackenberg. Deshalb sollte man schon jetzt schauen, wo es Schlehen gibt, um den Vögeln zuvorzukommen. Zumal es den Trick gebe, die Früchte schon nach dem ersten Frost zu ernten und dann in kleinen Portionen einzufrieren. Das ersetze ihnen den zweiten und dritten Frosttag. Mus, Marmelade oder Kompott könne dann daraus gemacht werden, aber der Likör stehe im Vordergrund.

Doch generell gelte, dass man nicht einfach wahllos ernte, sondern sich mit dem Grundbesitzer vorher kurzschließe. Ein Kilo Beeren für den Eigenbedarf sei ansonsten die Regel, erklärt Gabi Mackenberg. Zudem sollte nie mehr als ein Drittel der Früchte eines Baumes geerntet werden, damit die Vögel auch zu ihrem Recht kämen. Wer Beeren pflücke, sollte sie gut waschen, besonders wenn sie roh verzehrt würden, da sie durch Vogelkot verschmutzt sein könnten.

Gesunde Beeren

 „Das heimische Wildobst und heimische Früchte haben einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralien. Es gehört zum Kulturgut, sie einzukochen oder einzuwecken.“ Gabi Mackenberg kennt viele gute Gründe, warum man heimische Früchte und Beeren sammeln sollte. Zumal Erwachsene das stundenlange Sammeln schätzen lernten und Kinder einen Bezug zur Natur bekämen. Diese lernten die Früchte besonders gut kennen, wenn sie diese einmal in der Hand hielten. Ein guter Grund, aus den heimischen Früchten Marmelade, Mus oder Gelee zu machen, sei auch, dass es neue Geschmacksrichtungen gebe. „Wir sind bei den Konfitüren sehr einheitlich“, weiß Gabi Mackenberg über die industriellen Produkte.

Einen Tipp für diejenigen, die gern Wild essen und dazu eine Soße aus Schlehe oder Hagebutte genießen wollen, hat Gabi Mackenberg aus. Der Hegering Oelde bietet einen Wild-Kochabend mit Maria Wieschmann am Mittwoch, 5. November, in der Theodor-Heuss-Schule an. Anmeldungen nimmt Maria Wieschmann unter Telefon 02522/1795 entgegen. Wer sich für eine Führung am Mackenberg zu unterschiedlichen Themen interessiert, kann Gabi Mackenberg unter Telefon 02520/912593 erreichen.

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