Oelde geht Sonderweg bei Kleinkläranlagen
Die Kontrolle von Kleinkläranlagen soll künftig allein beim Kreis Warendorf liegen. Nur Oelde will die Überwachung weiterhin selbst durchführen.

Kreisweit will laut aktuellem Stand nur eine Stadt ihren eigenen Weg gehen: Oelde. Immerhin 550 Kleinkläranlagen gibt es in Oelde, vornehmlich im Außenbereich auf Hofstellen. Deren Abwässer landen nicht in der Kanalisation, sondern werden vor Ort geklärt. „Die Stadt Oelde war bei der Prüfung immer sehr ambitioniert“, sagt Pressesprecher Volker Combrink. Für mindestens 90 Prozent der Anlagen in Oelde lege das zuständige Tiefbauamt seine Hand ins Feuer. Angesichts eines über die Jahre aufgebauten und gut funktionierenden Systems „sehen wir keine Notwendigkeit, die Zuständigkeit abzugeben“, erklärt Combrink. Auch liege laut Landeswassergesetz die Verantwortung für die Abwasserbeseitigung bei den Kommunen. Deswegen sei es ratsam, alle Informationen zur Abwassersituation im Außenbereich selbst vorliegen zu haben.

Kreis Warendorf: Landwirte klagen über Doppelzuständigkeit

Die im Landeswassergesetz angelegte doppelte Zuständigkeit führe konstant zu Diskussionen, sei auch immer wieder beim Landkreistag angemahnt worden, sagt Friedrich Gnerlich, Umwelt- und Baudezernent des Kreises Warendorf. Dazu kommt laut Gnerlich: „Viele Landwirte beklagen sich seit Jahren darüber, dass immer zwei Behörden auf den Hofstellen aktiv sind, wenn es um die Kleinkläranlagen geht.“ Nach der Kontrolle durch die Kommune komme bei Bedarf der Kreis dazu, um etwa eine Sanierung der Anlage abzustimmen. Hier seien Synergieeffekte nutzbar, wenn der Kreis auch die Überwachung alle fünf Jahre von den Städten übernehmen würde. Für die 7000 Kleinkläranlagen im Kreis will die Behörde eigenes Personal beschäftigen – viele Kommunen hätten die Prüfaufträge extern vergeben. Die Betreiber der Anlagen hätten so künftig nur einen Ansprechpartner. Auf die Übertragung der Kontrollen an den Kreis als Untere Wasserbehörde hätten sich laut Gnerlich die Bürgermeister aller kreisangehörigen Kommunen – mit Ausnahme von Oelde – und Landrat Dr. Olaf Gericke jetzt verständigt. Am 6. Juli muss noch der Kreistag zustimmen.

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