Oelder Musikerin lebt Traum in Argentinien
Bild: Timmermann
Auf den Straßen fühlt sie sich zu Hause, wenn sie Musik macht. Die Oelderin Luisa Laakmann – derzeit auf Heimatbesuch – lebt und arbeitet seit mehr als zwei Jahren in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires.
Bild: Timmermann

 Als Räuber ihr in der argentinischen Hauptstadt die Gitarre weggenommen haben, war das ein harter Schlag für sie. Sie nahm sich eine Auszeit und fuhr ins Nachbarland Uruquay, wo sich alles zum Guten wendete. In einem Hostel lieh sie sich eine Gitarre und spielte eines ihrer rund 50 selbst geschriebenen und selbst komponierten Lieder. Ein Tourist aus Deutschland beobachtete sie und bekam mit, dass Luisa Laakmann ausgeraubt worden war. „Er reichte mir seine Gitarre und sagte: ‚Ich finde, dass sie in deinen Händen besser aufgehoben ist.‘“ Die 22-Jährige mit wild aufgestecktem Haar ist noch heute ganz bewegt und dankbar, wenn sie von diesem Ereignis aus dem Jahr 2014 erzählt. Dann sagt sie einen dieser Sätze, in denen ihre positive Lebenseinstellung und ein Stück Unbekümmertheit stecken: „Wenn an einem Tag etwas schief läuft, läuft es am nächsten wieder besser.“

Auftritte in der Region

Zurzeit ist die braun gebrannte Musikerin mit weicher Stimme auf Heimatbesuch in Oelde und tritt in der Region auf. Am Freitag, 19. Juni, ist sie mit ihrer Gitarre ab 21 Uhr im Gleis 22 in Münster zu hören. Viele ihrer Lieder handeln vom Loslassen, von Freiheit – von dem, was Luisa Laakmanns Leben in den vergangenen Jahren bestimmt hat. „Let me breath“ („Lass mich atmen“) lautet ein Titel. Nach ihrem Abitur 2012 ging sie für ein Praktikum in die argentinische Millionenstadt und betreute dort Kinder. Danach entschied sie sich für das Leben als Straßenmusikerin dort. Sie singt auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch. Es sind die Sprachen, die die Halbportugiesin außer Deutsch spricht. Ab November will die 22-Jährige, die nach Klavier und Schlagzeug vor zehn Jahren mit dem Gitarrenspiel anfing, in Buenos Aires Musik studieren. Im August fliegt sie zurück nach Südamerika – in eine andere Welt. Eine, die sie als freier von Strukturen und Vorschriften wahrnimmt. Wenn sie mit ihrer Musik nicht genug zum Leben verdient, verkauft sie selbst gebackenes Brot oder selbst hergestellten Schmuck. „Die Ansprüche an meinen Lebensstandard sind total runtergegangen“, sagt sie zufrieden. Sie lebte schon im Zelt, in Bullis, jetzt mit ihrem argentinischen Freund in einem einfachen Viertel – die geschenkte Gitarre stets an ihrer Seite.

Acht Millionen Fernsehzuschauer

Luisa Laakmann ist vielen Menschen in Argentinien bekannt. Sie trat in einer Show eines öffentlichen Fernsehsenders auf, bei der acht Millionen Zuschauer einschalteten. Auf Youtube gibt es Videos, die die Straßenmusikerin in Buenos Aires zeigen. „Ich habe den Wunsch, viel zu spielen und überall“, sagt sie.

Zurzeit arbeitet sie mit zwei argentinischen Produzenten an ihrem zweiten Album. Finanziert werden soll es über Crowdfunding. Wie die 22-Jährige erklärt, können Internetnutzer bei diesem Modell einen beliebigen Beitrag zur Finanzierung beisteuern und erhalten dafür eine Gegenleistung. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Internetseite (www.ohrwurm-akustik.de) oder auf Facebook.

SOCIAL BOOKMARKS