Ortsvereine bemerken „Schulz-Effekt“
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Seit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD verzeichnen die Sozialdemokraten die besten Umfrageergebnisse seit Jahren. Der „Schulz-Effekt“ macht sich auch in den Ortsvereinen der SPD in Oelde, Stromberg und Sünninghausen bemerkbar.
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„Allerdings“, sagt Gerhard Walter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stromberg. Für 99 Prozent der heimischen Genossen gelte Martin Schulz als „Heilsbringer“ – im Gegensatz zu Sigmar Gabriel, der für Walter „kein echter Herausforderer“ für Angela Merkel gewesen wäre. SPD-Mitglieder, die vor Schulz’ Wahl noch gemeckert hätten, seien mittlerweile verstummt. Der Ortsvereinsvorsitzende ist sich sicher, dass der „Schulz-Effekt“ auch bei der NRW-Landtagswahl im Mai Wirkung zeigen wird.

Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hätten am Sonntag 36 Prozent der Befragten auf Landesebene für die Sozialdemokraten und 31 Prozent für die CDU gestimmt. Auf Bundesebene fällt der Vorsprung dem Meinungsforschungsinstitut Insa zufolge zwar knapper aus (SPD: 31, CDU 30 Prozent). Doch für Werner Pötter, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Ortsvereins Sünninghausen ist klar: „Wenn Martin Schulz so weitermacht wie bisher, wird es schwer für die Anderen.“

Aktuelle Themen vor Ort  verstärken Effekt

Im Sonnendorf äußere sich der Aufschwung auch dadurch, dass „die Leute in die SPD wollen“, sagt er. Die, die zu Sigmar Gabriels Zeiten noch mit sich gehadert hätten, ob sie den Sozialdemokraten beitreten, würden jetzt Parteimitglied, erklärt Pötter. Für ihn ist Martin Schulz die richtige Wahl. „Wäre sein Vorgänger angetreten, hätte ich für die Bundestagswahl schwarz gesehen.“

Auch der Vorsitzende der SPD in Oelde Achim Berkenkötter hat eine Aufbruchstimmung festgestellt. Allerdings führt er diese vor allem auf die aktuellen Themen vor Ort zurück, die die Bürger bewegen, wie das Baugebiet Benningloh II, der soziale Wohnungsbau oder der mögliche Abriss der alten Overbergschule. Zahlreiche Anfragen erreichten den Oelder Ortsverein und deutlich mehr Bürger als sonst, die kein SPD-Parteibuch haben, informierten sich bei Veranstaltungen wie dem Roten Grill, erklärt Berkenkötter. „Der ,Schulz-Effekt’ wird durch die derzeitigen Themen vor Ort verstärkt.“

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