Paare haben oft Kommunikationsprobleme
Bild: Meintrup
Fünf Mitarbeiter hat die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster am Standort Oelde an der Stromberger Straße 30. Im Interview sprechen Leiterin Andrea Beer und Ulrich Hellweg über ihre Arbeit. Zu erreichen sind sie unter w 02522/9373166 oder mit einer E-Mail an: Efl-oelde@bistum-muenster.de.
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„Die Glocke“:  Wer sucht Rat bei Ihnen? Hat sich die Klientel im Lauf der Jahre verändert?

Hellweg:  Es kommen vorrangig Paare, aber auch viele Einzelklienten, von denen mehr Frauen als Männer (zwei Drittel zu einem Drittel) sind. Der Anteil der Männer nimmt aber zu.

Beer: Das ist ein Trend im gesamten Bistum, dass die Zahl der Männer zunimmt. Früher gab es, im Verhältnis zu den Paargesprächen, mehr Einzelgespräche. Wir merken auch, dass immer mehr ältere Menschen zu uns kommen. Früher waren es die Leute im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die bei uns waren, heute haben wir auch Klienten mit mehr als 70 Jahren, was auch dem demographischen Wandel zuzuschreiben ist.

 „Die Glocke“:  Welche Gründe haben die Ratsuchenden, wenn sie sich an Sie wenden?

Beer: Wir unterscheiden immer zwischen personen- und partnerbezogenen Anlässen. Zu den personenbezogenen Anlässen gehören Depressionen, also stimmungsbezogene Probleme, und kritische Lebensereignisse oder Verluste. Wenn es zum Beispiel eine Trennung gibt oder ein Partner stirbt. Es kommen aber auch Paare gemeinsam, selbst wenn das Ereignis nur einen betrifft. Selbstwertprobleme, Ängste, Zwänge und Burnout sind ebenfalls häufige Themen.

„Die Glocke“:  Was belastet Paare besonders?

Beer: Bei ihnen geht es vor allem um Kommunikationsschwierigkeiten. Fast die Hälfte der Paare gibt diesen Grund am Anfang der Beratung an. Das Auseinanderleben ist ebenfalls ein Thema. Viele der Ratsuchenden sagen, dass sie zwar noch zusammenleben, sich aber nicht mehr viel zu sagen haben. Trennungswunsch, Angst vor Trennung oder die Bewältigung einer Trennung sind bei Paaren ebenfalls wichtige Themen.

 In der Lebenswelt hat sich ganz viel geändert: Der Anspruch der Vereinbarkeit von Beruf und Familie belastet besonders Paare mit kleineren Kindern ganz stark. Und viele Menschen erleben in der Arbeitswelt mehr Druck als früher. Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes haben auch sehr viele.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Freitag in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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