Persönliche Schicksale nicht vergessen
Klaus Köller hat die Rede bei der Gedenkfeier am Oelder Ehrenmal anlässlich des Volkstrauertags gehalten. Das Bild zeigt den Stellvertretenden Bürgermeister Heinz Junkerkalefeld (l.) und Köller.

Auf diese Zeilen an ihren Mann Otto bekommt Marie Rößler aus Quedlinburg keine Antwort mehr. An der Westfront in Frankreich ist er im Jahr 1916 gefallen.

Sein Schicksal griff Klaus Köller, Vorsitzender der Oelder Schützengilde, in seiner Rede anlässlich des Volkstrauertags auf. Bei der Gedenkveranstaltung des Ortsverbands Oelde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Ehrenmal betonte Köller, die sehr privaten Worte veranschaulichten, wie viel Leid der Krieg dem Einzelnen zufügen könne. Und das nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch, an vielen Stellen auf der Welt.

 „Krieg ist nicht Geschichte, Krieg ist auch im 21. Jahrhundert Realität“, hob er hervor und schlussfolgerte: „Der Volkstrauertag hat daher keineswegs an Aktualität verloren.“

 Hinter den „unvorstellbaren Zahlen der Kriegsopfer“ gehe in der öffentlichen Beachtung leider oft verloren, dass hinter jedem Gefallenen ein persönliches Schicksal stehe. „Für die Angehörigen bedeutet sein Tod den Verlust einer ganzen Welt.“ Bertolt Brecht habe einmal gesagt, der Mensch sei erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denke, betonte Köller. „Damit genau dies nicht geschieht, ist unser heutiges Gedenken wichtig, gerade auch für die Hinterbliebenen. Sie dürfen wir mit ihrem Schmerzen nicht allein lassen.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Montag in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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