Radtouren und Ausflüge statt Tauziehen
„Wo Kräfte sinnlos walten, kann kein Dorf die Letter halten.“ So lautet seit 25 Jahren das Motto des Letter Tauziehvereins. Das Bild zeigt den Vorstand mit (v. l.) Jürgen Tegelkämper, Achim Winkelmann, Katja Heidkemper, Andreas Horstklaas und Marius Zellerhoff.

In diesem Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Taue ziehen die Mitglieder schon lange nicht mehr. 1993 wurde der Verein gegründet. Tegelkämper ist von Anfang an dabei, er war lange Zeit Vorsitzender des Vereins. Heute ist er Beisitzer. „In Sünninghausen hatten Landwirte erste Tauziehwettbewerbe veranstaltet“, erinnert sich Tegelkämper. Die Letter übernahmen die Idee und trafen damit einen Nerv. Schnell zählte der Verein 125 Mitglieder. Und die waren erfolgreich. Mit fünf Männer- und drei Frauenmannschaften nahm der Verein deutschlandweit und in Belgien an Tauzieh-Wettbewerben und sogenannten Highland Games teil. Das ist eine traditionelle schottische Sportveranstaltung, bei der sich die Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen wie Tauziehen messen. „Mit der Zeit wurden es weniger Einladungen, weil wir so oft gewannen“, sagt der 46-Jährige und lacht. Die Letter zogen nicht nur gegen andere Vereine. Getreu ihrem Motto „Wo Kräfte sinnlos walten, kann kein Dorf die Letter halten“ maßen sie sich mit Ackergäulen, Traktoren, Bussen oder einer Straßenbahn, und sie engagierten sich für das Dorf.

Jährliche Spenden

Den Schlagbaum, den Lette im Wappen trägt, stifteten die Tauzieher. Jedes spendeten sie zwischen 2000 und 2500 Euro an Letter Einrichtungen. „Wir haben uns immer für Lette eingesetzt“, betont Tegelkämper. Der Erlös stammte aus Veranstaltungen wie Tauziehwettbewerben oder Osterfeuern. Heute gibt es diese Veranstaltungen nicht mehr. Taue ziehen die Mitglieder ebenfalls nicht mehr. Auch wenn der Verein die Sportart noch im Namen trägt, haben jährliche Radtouren und Ausflüge das Tauziehen ersetzt. „Man wird älter“, sagt Tegelkämper und schmunzelt. Tauziehen sei nicht ohne, belaste Rücken und Knie. „Und wie bei vielen Vereinen fehlt der Nachwuchs“, erklärt der 46-Jährige. Heute zählt der Verein noch 85 Mitglieder, die sich nach wie vor im Dorf engagieren. Kürzlich spendete der Verein 250 Euro aus eigener Tasche an den Kindergarten. „Wir sind noch nicht von der Bildfläche verschwunden“, betont Tegelkämper.

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