Rosen erinnern an ehemalige Mitbürger
Bild: Kalläne
Die Gedenkfeier für die ehemaligen jüdischen Mitbürger ihn Oelde gestalteten (v. l.) Peter Kwiotek (Stellvertretender Bürgermeister), Doris Leeser, Monika Heckenkemper, Christiane Glitscher-Krüger, Stephanos Doudis, Lena Wickenkamp, Elisabeth Lewanschkowski, Pastor Peter Heuermann, Jana Bertzik, Silvia Holdheide und Romina Marx mit.
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Am 10. Dezember 1941 waren Oelder jüdischen Glaubens mit Möbelwagen abtransportiert und nach Riga gebracht worden. „Sie waren ganz normale Bürger, Lehrer, Eltern, Vereinsmitglieder“, betonte Doris Leeser. „Wie müssen sie unter Kälte, Hunger und Angst gelitten haben, ehe die meisten von ihnen am 13. Dezember in Riga ermordet wurden?“

Seit 1942 lebt kein Bürger jüdischer Abstammung mehr in Oelde. Darum sollen nun die 53 Stolpersteine, die in der vergangenen Woche verlegt worden sind, an die ehemaligen Mitbürger erinnern.

 In der Gedenkstunde ließen Jana Bertzik und Romina Marx, Schülerinnen der AG „Schule ohne Rassismus“ des Thomas-Morus-Gymnasiums, die Liebesgeschichte zwischen Franz König und der Oelder Jüdin Trude Hope aufleben. Sie gaben so einem Namen ein Gesicht. Die Flucht nach Amerika sicherte Trude Hopes Leben.

 Oeldes Stellvertretender Bürgermeister Peter Kwiotek betonte: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass so etwas nie wieder passiert.“ Er mahnte die Anwesenden, die Gedenkfeier zu nutzen, um in sich zu gehen. 

Musikalisch begleiteten Schüler der Pestalozzischule die Feier auf ihren Trommeln. Die Schüler bilden eine der vier Jugendgruppen, die die Aktion Stolpersteine unterstützt haben. Beteiligt waren auch die „Schule ohne Rassismus“-AG des TMGs, die Grüne Jugend und das Bündnis gegen Rechts der Alten Post. Angestoßen hatte das Projekt der ökumenische Arbeitskreis „Wir Christen in Oelde“.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Montag in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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