Sturm reißt Zirkuszelt in Oelde nieder
Bild: Hahn
Am Oelder Robert-Schuman-Ring hatte der Zirkus Trumpf sein Zelt aufgebaut. Der kräftige Sturm, der in der gesamten Region Schäden anrichtete, riss die schwere Zeltplane herunter. Vor der letzten geplanten Vorstellung mussten die Mitglieder zusammenpacken.
Bild: Hahn

Allein die Tatsache, dass die Nachmittagsvorstellung im Zelt am Robert-Schuman-Ring noch nicht begonnen hatte und niemand zu Schaden kam, sorgt bei Silvano Trumpf für Erleichterung. Eigentlich hätte er als Feuerschlucker die Manege betreten, stattdessen steht er auf der Wiese am Stadtrand und sammelt mit seinen Helfern Teile des viele hundert Kilogramm schweren Zelts zusammen. Dessen Stangen waren vom Sturm durch die bunte Plane gedrückt worden. Der Wind rüttelt noch immer an den Wohnwagen, während Ilona Brumbach-Trumpf – als Älteste so etwas wie der Kopf des Zirkusclans – die auch angesichts des nahenden Winters größer werdenden Probleme aufzählt. Nach einer schlechten Saison fehle jetzt sogar das Geld, um die Fahrzeuge zu betanken. Doch an den nächsten Ort zu ziehen, habe für die sieben Erwachsenen und acht Kinder keinen Sinn. Denn ihnen fehle das Zelt. „Das kann nur bei einer Spezialfirma in Hamburg geflickt werden“, erklärt ihr Sohn Silvano. Wie es dorthin kommen und wie die Reparatur bezahlt werden soll, wisse er nicht. An weitere Vorstellungen ist derzeit nicht zu denken.

1983 in Oelde geboren

Die Wurzeln der Verbindung der Zirkusfamilie zu Oelde liegen im Jahr 1983. Damals kam Silvano im Marienhospital zur Welt – ebenso wie zwei Cousinen kurz zuvor, denn der Zirkus hatte in Oelde sein Winterquartier aufgeschlagen. Das Gastspiel im Mai 2013 – knapp 30 Jahre später – sei erfolgreich gewesen, deshalb seien sie jetzt gern noch einmal nach Oelde gekommen, erklärt der Zirkusdirektor. Doch am Montagnachmittag sitzt der Familienrat ratlos im Wohnwagen zusammen. Schweren Herzens bereitet sich Silvanos Ehefrau Sabrina darauf vor, an der Kasse Besucher der Nachmittagsvorstellung abweisen zu müssen. Eine Sorge konnte Heinrich Linckamp, der dem Zirkus seine Wiese zur Verfügung gestellt hatte, gestern nehmen. Dieser muss nun nicht wie geplant am Folgetag abreisen. Doch ein Winterquartier für Material und Tiere ist Ilona Brumbach-Trumpf zufolge noch nicht in Sicht. (Wer den Zirkusleuten helfen will, erreicht sie auch unter 0174/6912139.)

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