Verantwortung für Landwirte wächst
Bild: Kalläne
Landwirt zu sein, ist eine Lebensaufgabe. Michael Spliethoff aus Lette, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Oelde, hat insgesamt drei Söhne. Der siebenjährige Konstantin zeigt im Moment am meisten Interesse an der Hofarbeit.
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Er ist Vorsitzender des vor kurzem fusionierten Landwirtschaftlichen Ortsverbands Oelde. Er stellt im „Glocke“-Gespräch Veränderungen in der Landwirtschaft heraus.

„Kinder übernehmen nicht mehr automatisch die Nachfolge des landwirtschaftlichen Betriebs“, betont Spliethoff. Und das sei auch gut so. Denn die Verantwortung für Landwirte steige mit immer stärker wachsenden Unternehmen. Auch der wirtschaftliche Bereich erfordere immer mehr Kenntnisse.

Michael Spliethoff steht auf dem Acker vor seinem Haus. Aus dem Ort kommt ihm sein Sohn Konstantin entgegen. Zurzeit könne sich die Familie den Siebenjährigen am besten als künftigen Bauern vorstellen, meint Spliethoff.

Insgesamt hat er drei Söhne und eine Tochter. Bis es soweit sein könnte, wird sich auf dem Hof aber noch einiges verändern. „Wer hätte denn vor zehn Jahren gedacht, dass Melkroboter heutzutage in Oelde zum Einsatz kommen?“, fragt er.

Technischer Fortschritt auf dem Acker

Ein weiterer Fortschritt findet auf dem Acker statt: Mit Hilfe eines GPS-Systems können Landwirte viel präziser düngen und sparsamer bewässern.

Auch aus der Luft bekommen Bauern Hilfe: mit Flugrobotern, die die Felder von oben nach Wildtieren absuchen, oder zu düngende Bereiche lokalisieren.

Auf dem Hof von Michael Spliethoff ist auch eine Schweinemast untergebracht. Den kritischen Stimmen gegen Antibiotika im Futter widerspricht er.

Es stecke meistens viel Unwissenheit hinter den Vorwürfen. Da immer mehr Ställe aus Hygienegründen abgeschlossen seien, wüssten nur wenige, wie es darin wirklich aussehe.

Landwirte müssten sich heutzutage der Aufgabe stellen, über die Arbeit in landwirtschaftlichen Betrieben aufzuklären und Unwissenheit zu zerstreuen. „Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, aber meiner Meinung nach setzt kein Landwirt mehr Antibiotika ein, als unbedingt nötig“, betont der Letter.

Probleme könne es sonst auch beim Schlachthof geben – dort werde das Fleisch auf Antibiotika-Rückstände kontrolliert. Spliethoff gibt aber zu bedenken, dass Landwirte verpflichtet seien, kranke Tiere zu versorgen.

Ein Interview über die Aufgaben des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Oelde lesen Sie in der morgigen Oelder und Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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