Vor 30 Jahren: ICE fährt Temporekord
Vor 30 Jahren in den Schlagzeilen: Ein ICE erreichte 1985 Tempo 317. Er fuhr dabei auf der Strecke durch Gütersloh, Oelde und Neubeckum. ZDF-Nachrichtensprecher Otto Diepholz meldete den Rekord.

Eine besondere Aufgabe für Rudolf Herrmann, der damals als Fahrdienstleiter mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf der ersten sogenannten Schnellstfahrt mit dem Triebkopfzug BR 410-ICE-V war.

Mit 317 km/h über die Schienen

Den Geschwindigkeitsrekord meldete am 26. November 1985 Nachrichtensprecher Otto Diepholz in der ZDF-Heute-Sendung. Mit 317 km/h war der ICE an diesem Tag über die Strecke von Rheda-Wiedenbrück nach Oelde gerast.

„Am Gütersloher Hauptbahnhof hatte der Zug Tempo 230 erreicht“, sagt Herrmann, der 44 Jahre bei der Deutschen Bahn gearbeitet und die Geschichte des Schienenverkehrs in Gütersloh nach seiner Pensionierung akribisch aufbereitet hat.

Gestartet war die Testfahrt am Bielefelder Hauptbahnhof. Ziel war Essen. „Bereits in den 70er-Jahren war der Abschnitt von Gütersloh nach Neubeckum als Versuchsstrecke für Schnellfahrten ausgewählt worden“, sagt der heute 84-Jährige. Zunächst wurden stärkere Schwellen und Schienen verlegt. Zwischen Rheda und Oelde wurde am Bahndamm eine Schallschutzwand errichtet, um die Lärmbelästigung zu ermitteln.

Höchste Sicherheitsvorkehrungen

Am 26. November 1985 waren die damaligen Verkehrsminister Werner Dollinger, Technologieminister Heinz Riesenhuber, Ministerpräsident Johannes Rau sowie Bundesbahnchef Reiner Gohlke mit an Bord des ICE. Die Sicherheitsmaßnahmen waren entsprechend: „Die Weichen wurden per Handverschluss gegen ein Umstellen gesichert, Eisenbahnbrücken waren von Polizeibeamten geschützt“, erinnert sich Herrmann. Die Bahnsteige in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Oelde mussten von Reisenden geräumt werden. Ein Hubschrauber begleitete die Zugfahrt.

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