Wärme und ein Gefühl der Geborgenheit
Bild: Hahn
Seit der Kindheit sind die Tiere auf seinem Hof zwischen Oelde und Lette für Thomas Frese wichtig. Den Stall mit seiner Atmosphäre hat er einst als Spielplatz schätzen gelernt - heute ist der Stall sein Arbeitsplatz
Bild: Hahn

Heute – Thomas Frese ist 39 Jahre alt und hat den landwirtschaftlichen Betrieb zwischen Oelde und Lette von seinem Vater Ludwig übernommen – ist der Stall mit den Kühen vor allem Arbeitsplatz. Ein angenehmer. Einer, der Wärme ausstrahlt, in dem ebenso warmes, gelbliches Licht leuchtet, und der mit seinen 80 Milchkühen selbst bei offen stehender Tür und nasskaltem Wetter tatsächlich warm ist. Freses Umgang mit den Tieren ist professionell. „Es sind keine verhätschelten Haustiere, kein Kinderersatz.“ Und doch reicht die Bindung über dieses Arbeitsverhältnis hinaus. Dies zeigt sich immer dann, wenn er nach den stets kurzen Urlauben – in denen seine Gedanken immer wieder auch um den Hof kreisen – zurückkehrt. Dann führt ihn sofort ein Weg in den Stall, will er sofort wissen, ob alles in Ordnung ist. „Die Stimmung dort kann man schnell aufnehmen“, sagt der Landwirt. Unruhe wegen kranker Tiere oder der nahenden Geburt eines Kalbs bemerke er sofort. Er verstehe es auch als Gottes Auftrag, die Tiere zu nutzen und zu pflegen.

Hof seit Jahrhunderten bewirtschaftet

Diesen Auftrag nimmt Familie Frese seit dem 16. Jahrhundert wahr. Seitdem ist der Hof immer vom Vater an einen Sohn weitergegeben worden. Die Arbeit auf dem Betrieb hat sich in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten verändert. Eine Biogasanlage nahe der Ställe und die zahlreichen Windräder im Umfeld des Hofes verdeutlichen diesen Wandel. Die Nähe zu den Tieren im Stall aber hat sich kaum verändert – von der Möglichkeit mal abgesehen, aus dem anliegenden Wohnhaus über eine Internetkamera in den Stall zu blicken. Als Landwirt für die Milchkühe Verantwortung zu tragen, bedeutet für Frese, diese an 24 Stunden jedes Tages wahrzunehmen, auch an Sonn- und Feiertagen, auch an Weihnachten. Ludwig und Thomas Frese können sich ein Leben ohne Tiere auf dem Hof nicht vorstellen. „Wer die Viehhaltung aufgibt, krankt oft lange daran“, weiß der Ältere. Thomas Frese hat zwei Töchter und zwei Söhne. Die Chance ist also gegeben, dass auch für die nächste Generation aus dem warmen Spielplatz ein angenehmer Arbeitsplatz wird.

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