Weniger anfällig für Suchtverhalten
Im Rahmen des Papilio-Projekts lädt der Oelder St.-Johannes-Kindergarten die Familien zum Papilio-Spiel-Nachmittag ein. Dabei geht es unter anderem um das Thema Gefühle.

„Die Glocke“:  Mit welchen Auffälligkeiten der Kinder werden Sie in Ihrem Alltag konfrontiert?

Meyer:  Es gibt Kinder, auch schon unter den Kleinsten, die aggressives dissoziales Verhalten zeigen, zum Beispiel sofort ausrasten. Wir merken auch, dass das Medienangebot wächst, denn daraus resultieren Sprachprobleme. Und viele Eltern muten ihren Kindern zu wenig zu, draußen gespielt wird wenig.

„Die Glocke“:  Wie können schon im Kindergarten die Weichen dafür gestellt werden, dass Kinder später keine Sucht- und Gewaltprobleme bekommen?

Meyer:  Wir führen drei von Papilio angebotene Methoden durch. Einmal in der Woche gibt es einen „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“. Da liegen dann nicht 20 Stifte, sondern nur von jeder Farbe einer, und die Kinder müssen warten, sie müssen „Darf ich?“ fragen und lernen, ein Nein zu akzeptieren. Durch die interaktive Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“ entwickeln die Mädchen und Jungen Empathie. Sie lernen, dass alle Gefühle – von fröhlich bis wütend – okay sind und wie sie damit umgehen.

„Die Glocke“:  Und die dritte Methode?

Meyer: Für Kinder ab vier Jahren gibt es das „Meins, deins, deins, unser Spiel“. Dabei lernen sie spielerisch, dass sie sich an Regeln halten müssen. Es werden Gruppen gebildet, und wir schauen, welche Gruppe die Regeln am besten verinnerlicht hat. Dafür gibt es eine Belohnung. Es geht darum, dass sich alle gegenseitig motivieren, weil alle gemeinsam zur Verantwortung gezogen werden.

Mehr zu diesem Projekt lesen Sie am Mittwoch in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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