Wiedersehen 80 Jahre nach Einschulung
Bild: Hövelmann
Vor acht Jahrzehnten wurden sie in der Oelder Mädchenschule eingeschult. 17 ehemalige Schülerinnen haben sich nun zu einem Klassentreffen im Hotel-Restaurant Zum Wasserturm zusammengefunden.
Bild: Hövelmann

In gemütlicher Runde tauschten sie Fotos aus. Dabei erinnerten sie sich an Ereignisse und Anekdoten aus ihrer längst vergangenen Schulzeit. Diese sei vom Nationalsozialismus und vom Zweiten Weltkrieg stark beeinflusst gewesen. So wurde der Unterricht in dem Schulgebäude, das einst auf dem Oelder Hermann-Johenning-Platz stand, stets mit nationalsozialistischem Gesangsgut begonnen und beendet. Viel Wert legten die Lehrerinnen Fräulein Lehmann, Fräulein Vorwaldt und Fräulein Graf darauf, ihre Schülerinnen während der achtjährigen Schulzeit auf das Leben vorzubereiten. „Neben der Leibeserziehung, die sehr wichtig war, haben wir durch unseren Schulgarten viel über gesunde Ernährung gelernt“, berichtete Hedwig Junkerkalefeld. Während des Kriegs sammelten die Schulkameradinnen gemeinsam Heilkräuter. Dies wurde für sie zu einem großen Spaß. Außerdem erinnerten sie sich an den Moment, als US-amerikanische Soldaten Kartoffelkäfer über den Feldern abgeworfen hatten. Um Schaden abzuwenden, mussten die damaligen Schülerinnen die Tiere von den Stauden suchen.

Pflichtjahr nach der Schulzeit

Im Anschluss an ihre Schulzeit leisteten die jetzigen Mittachtzigerinnen ein Pflichtjahr ab. Dieses verbrachten die meisten in der Landwirtschaft oder in kinderreichen Familien. Danach konnte jede von ihnen eine Ausbildung beginnen, „obwohl Ausbildungsplätze während des Kriegs Mangelware waren“, betonte Hedwig Junkerkalefeld. Organisiert wurde das vierte Klassentreffen nach 1971, 1981 und 1993 von Erna Görges. Manche der Frauen sehen sich auch sonst regelmäßig. Denn noch heute lebt ein Großteil von ihnen in Oelde oder der Umgebung.

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