Wilder Müll kostet Oelde 30 000 Euro
Bilder: Junker
Die Stadt Oelde kostet die illegale Abfallentsorgung jedes Jahr 30 000 Euro. Das Bild zeigt Ralf Schlüter vom Fachdienst Tiefbau und Entsorgung der Stadt Oelde, der am Parkplatz am Lüringweg in Oelde einen Plastikkanister untersucht.
Bilder: Junker

„Es ist viel kriminelle Energie nötig, um hier seinen Abfall hinzukippen“, sagt Schlüter. Die Entsorgung von wildem Müll kostet die Stadt Oelde jedes Jahr 30 000 Euro.

Schlüter holt sein Mobiltelefon aus der Tasche und dokumentiert mit Fotos den Fund. Anschließend meldet er den Fall den Mitarbeitern der Abfallentsorgung, die den Müll abholen. „Das sind Personalkosten, die noch zur eigentlichen Entsorgung hinzu kommen“, sagt er.

Strafen von bis zu 50 000 Euro

Das Waldstück ist einer von mehreren beliebten Orten in Oelde, an denen illegal Müll entsorgt wird. Bevorzugt seien Wertstoffcontainerstandorte. Am Hallenbad ist es laut Schlüter am schlimmsten. Dort machte er seinen größten Einzelfund – einen Wohnwagen.

Illegaler Müll wird gesondert in zwei Containern auf dem Baubetriebshof gesammelt und nach Hinweisen auf die Verursacher untersucht – mit durchwachsenem Erfolg. Wird ein Verursacher ermittelt, muss er ein Bußgeld sowie die Kosten für die Entsorgung bezahlen. Im Fall der Altreifen an der Oststraße wären es zwischen 50 und 100 Euro. Wird durch die illegale Müllentsorgung die Umwelt belastet, können die Kosten für den Verursacher bis zu 50 000 Euro betragen.

Die meisten der Verursacher nutzten den Schutz der Dunkelheit, um ihren Abfall loszuwerden, betont Schlüter, getreu dem Motto: „Drei Minuten Angst, und ich bin meinen Müll los.“

Gründe sind Kosten und Bequemlichkeit

So dachte wohl auch der Umweltsünder, der vor drei Monaten auf dem Platz an der Keitlinghausener Straße in Höhe der Autobahnauffahrt 13 Tonnen mit Asbest belasteten Bauschutt kippte. Das Material musste von einem Fachunternehmen für 4000 Euro entsorgt werden. Vielen sei die Entsorgung zu teuer, hinzu komme Bequemlichkeit, glaubt Schlüter, Gründe für die illegale Entsorgung ausgemacht zu haben.

Ein paar Meter weiter am Parkplatz am Lüringweg entdeckt er hinter der Leitplanke einen leeren Plastikkanister mit der Aufschrift „Luftporenbildner“, eine chemische Substanz, die beim Betonbau eingesetzt wird. Eine Gefahr für die Umwelt besteht nicht. Daneben liegen Flaschen und Verpackungsmaterial – ein Alltagsfund. Seit 23 Jahren ist Ralf Schlüter in der Abfallwirtschaft beschäftigt. „Und immer noch ärgert mich dieser Anblick.“

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