20 Berufe an einem einzigen Tag getestet
Bild: D. Reimann
Es ist gar nicht so leicht, einen komplexen Gegenstand in weniger als einer Minute zusammenzuschrauben. Das müssen hier Adely, Nadja, Stefanie und Max (v.l.) erfahren. Michaela Meyer vom Technikzentrum Minden-Lübbecke gibt allerdings gern Hilfestellung.
Bild: D. Reimann

Kann ein Baby im Alter von sechs Monaten schon lallen, robben oder sich den Daumen in den Mund stecken? Angestrengt denken die beiden Siebtklässler der Hauptschule im Herxfeld, Jens und Kelvin, über diese Frage nach. Das eigene Babyalter ist schon lange passé und kleinere Geschwister haben die Beiden auch nicht. Also entscheiden sie aus dem Bauch heraus.

Lallen, glaubt Kelvin, müsste doch in dem Alter schon drin sein. Und Dreiradfahren im Alter von sieben bis zwölf Monaten sicherlich auch. Groß ist die Überraschung als sie den Lösungsbogen zur Hand nehmen und sich ihre Annahmen in einigen Fällen als falsch erweisen.

Schnell gehen sie zu einer weiteren Station des Berufsparcours, zum Sägen von Schlüsselanhängern. Eine Aufgabe, die ihnen weniger Schwierigkeiten bereitet.

20 Stationen waren gestern Morgen im Rahmen des Berufsparcours in der großen Herxfeldhalle aufgebaut worden. Und an diesen konnten sich die Sechst-, Siebt- und Neuntklässler in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren. So galt es an einer Station, den eigenen Namen mit einem Brennstab in ein Stück Holz zu ritzen. An anderer Stelle waren die Schüler gefordert, beim Blick in den Spiegel einen Weg nachzuzeichnen. „Das müssen beispielsweise Frisöre beherrschen“, sagt Konrektorin Gisela Timmer.

An anderer Stelle war mehr das handwerkliche Tun gefragt. „Die Stationen decken in etwa die vier Berufsfelder Handwerk und Technik, Käufmännisches und Verwaltung, Soziales und Pflege sowie Kosmetik und Design ab“, erläutert Michaela Meyer vom Technikzentrum Minden-Lübbecke. Wie sie weiter berichtet, habe die Geschäftsführerin Karin Ressel diesen Berufsparcours, der sich für alle Jahrgänge und Schulformen eigne, entworfen. Der Berufsparcours in der Hauptschule fand gestern zum zweiten Mal statt. „Die Erfahrungen waren so positiv, dass wir ihn nochmals angefragt haben“, sagt Konrektorin Gisela Timmer, die weiß, dass mit der Berufsorientierung nicht früh genug begonnen werden kann.

Die Vorteile des Berufsparcours liegen für sie auf der Hand: „Hier können die Schülerinnen und Schüler früh erkennen, welche Fähigkeiten sie in welchen Bereichen haben.“ Gut findet sie auch, dass alle Stationen für Jungen und Mädchen gleichermaßen gedacht sind. Ähnlich wie beim Girls´day kommen so Mädchen auch mit männertypischen Berufen und Jungen mit „Frauenberufen“ in Kontakt. „Es gibt keine geschlechtsgebundenen Berufe“, hebt Michaela Meyer hervor. „Alle Berufe stehen Jungen und Mädchen gleichermaßen offen“

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