Alarm in Schulen, Kindergarten und Klärwerk
Bild: Baumjohann
Die Rettung von vermissten Personen war eine der Hauptaufgaben der Gemeinschaftsübung der Löschzüge Füchtorf und Sassenberg.
Bild: Baumjohann

Am Dienstagmorgen schrillten die Alarmglocken in Haupt-, Real- und Sekundarschule sowie den beiden Sassenberger Grundschulen. Um 9.20 Uhr war die Johannesschule an der Reihe. Wo gerade noch 222 Kinder unter Anleitung von 14 Pädagogen Einmaleins und ABC gepaukt hatten, herrschte zwei Minuten später gähnende Leere. Alle Personen hatten sich geordnet auf den Schulhof begeben.

 Fast alle: „Zwei Kinder und die Sekretärin befinden sich noch im ersten Stock“, berichtete OGS-Leiterin Birgit Kipp Feuerwehrchef Reinhard Lietmann, der mit seinen Kameraden sofort vor Ort war. „Wir simulieren einen Brand im Obergeschoss“, so Lietmann. Mittels Rettungsleitern wurden die „Vermissten“ schnell aus dem „brennenden“ Schulgebäude gerettet. „Im Ernstfall würde das noch schneller gehen, denn wenn es um Leben und Tod geht, müssten wir auf umfangreiche Sicherungsmaßnahmen auf der Leiter verzichten müssen“, so Lietmann. Ruckzuck war auch der Brand gelöscht. Weiter ging es zum Johanneskindergarten, wo das gleiche Prozedere auf dem Plan stand.

Etwas anders gestaltete sich die Sache am Montagabend im Füchtorfer Klärwerk. Drei vermisste Personen und eine auslaufende unbekannte Chemikalie standen im Mittelpunkt des Übungsszenarios, mit dem die Kameraden der Löschzüge Sassenberg und Füchtorf konfrontiert waren. „Zweimal im Jahr üben beide Löschzüge gemeinsam“, erklärte Reinhard Lietmann den Hintergrund der Großübung. Zusammen mit Heinrich Otte hatte er die Lage erarbeitet. „Die Kameraden müssen sich Zugang zum Kläranlagengelände verschaffen, einen Überblick über die Situation bekommen, die vermissten Personen retten und sich um die auslaufende Chemikalie kümmern“, so die Aufgabe.

Das verschlossene Tor zum Kläranlagengelände hatten die Feuerwehrkameraden schnell geöffnet. „Der Schlüssel ist in einem Safe auf dem Fahrzeug gelagert“, weiß Leitmann. Ebenfalls zügig waren die Atemschutztrupps im Einsatz, um sich auf die Suche nach den Vermissten zu machen und sie aus dem Gefahrenbereich zu retten, medizinisch erstzuversorgen und dann dem Rettungsdienst zu übergeben. Parallel dazu bauten die Kameraden auch die Wasserversorgung für einen Löschangriff auf. Schon länger dauerte das Anlegen der Ganzkörperschutzanzüge. Mehrere Helfer sind hierbei nötig.

 In den Anzügen näherten sich die Männer dem lecken Chemikalienbehälter, analysierten den Stoff und dichteten den Behälter ab. Im Alltag finden sich nur wenige Chemikalien auf der Kläranlage. Doch auch in Gewerbebetrieben kann es zu einem Unfall mit Chemikalien kommen.

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