Arbeiten auf Harkotten gehen voran
Foto: D. Reimann
Im alten Pferdestall kümmert sich Barbara Freifrau von Hövel um die Restauration des Altarbilds, das den Schutzpatron der Kapelle, den heiligen Antonius zeigt.
Foto: D. Reimann

Darum kümmern sich Restauratorin Barbara Freifrau von Hövel sowie Tischlermeister Michael Gläßer. Wüst und nackt sieht es aus an diesem kalten Wintermorgen in der sich ansonsten so aufgeräumten und schmuck präsentierenden Kapelle der Doppelschlossanlage Harkotten. Die Bänke stehen durcheinander, Seile hängen von der Decke, ein Arbeitsteppich liegt vor dem bildlosen Altar, eine Kamera auf einem Stativ steht aufnahmebereit zwischen zwei Kirchenbänken, und ein heller Strahler hebt unbarmherzig die schadhaften Stellen an der Altarfassung hervor, die dem normalen Kapellenbesucher bisher verborgen blieben.

Feine Risse und kleine Schäden werden beseitigt

Mal zeigen sich feine Risse im Gebälk – der Altar ist aus Holz – mal blättert die Farbe ab, sind Kanten abgeschabt. Genau diesen Feinheiten widmet sich die Havixbecker Restauratorin Barbara Freifrau von Hövel, die sich auf die Restauration von gefassten Holzobjekten und Gemälden spezialisiert hat. Dick eingemummelt und mit Kopflupe – „ohne die geht es nicht“ – begutachtet sie eingehend und konzentriert jeden Millimeter der Fassung, worunter Fachleute die Farbschicht bei Holzobjekten, in diesem Falle des Altars, verstehen.

Auch wenn die kaputten Stellen klein sind, können sie großen Schaden anrichten. „Die Fassung bietet dem Werk einen gewissen Schutz, da sie das Holz schützt. Sind Stellen schadhaft, kann an den sogenannten Fassungsausbrüchen Feuchtigkeit ins Holz eindringen und es weiter schädigen“, erklärt die Fachfrau, die zunächst den Rissen im Holz mit einer Füllung aus weichem Holzspan zu Leibe rücken und anschließend die Farbfassung kitten und retuschieren will.

Herunterhängende Farbfetzen, im Fachjargon Fassungsschollen genannt, sollen mit einem flüssigen Festigungsmittel wieder ans Holz fixiert werden. „So kann ich die Fassung retten“, erklärt von Hövel, deren Credo es ist, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, um die Originalität der Werke bestmöglich zu bewahren.

Die ganze Geschichte mit weiteren Hintergründen zur Doppelschlossanlage lesen Sie in der “Glocke“ am Freitag.

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