Beinharter Wettkampf der Monster-Traktoren
Bild: D. Reimann
Der entscheidende Moment: Wenn sich die Vorderräder vom Boden lösen, muss der Fahrer sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um die letzten Meter doch noch zurücklegen zu können.
Bild: D. Reimann

Am Wochenende lockte das Spektakel wieder mehr als 10 000 Fans des schwersten und lautesten Motorsports in die heimische Hörstkamp-Arena.

Bei bestem Wetter feuerte die Menge die Fahrer auf ihrem Weg zum Full Pull immer wieder frenetisch an. Und dass die Maschinen die volle Distanz von 100 Metern hinter sich legten, das sollten die Zuschauer am Sonntag gleich zu Anfang in der 3,5-Tonnen-Klasse zuhauf erleben. Musste der Boden zunächst noch einmal mittels Kreide griffig gemacht werden, durchpflügten die mit Bombermotoren und Allison Hubschrauberturbinen ausgestatteten Traktoren, die mit landwirtschaftlichem Gerät nur den Namen gemein haben, anschließend durch das Feld, als würden sie eben nur einen kleinen Anhänger und nicht aber einen tonnenschweren Bremswagen hinter sich herziehen.

 Wer hier die 100-Meter-Marke geknackt hatte, der wurde mit dem Schlachtruf „Full Pull“ aus tausenden von Kehlen und der Finalteilnahme belohnt. Dabei lieferten sich die Teams „Erlkönig“, „Iwan“, „Wicked Scream“, „Lambada“ und das heimische „Green Monster“ einen spannenden Kampf. Den gewann am Ende der amtierende Europameister „Lambada“ mit grandiosen 101,19 Metern vor dem Team „Wicked Scream“, das 98,06 Meter erzielte. Tobias Hörstkamp landete mit 91,33 auf einem guten dritten Rang.

Nicht der Sieg, sondern einfach nur dabeizusein ist die Motivation von Lara Kaiser. Die 18-Jährige aus der Nähe von Recklinghausen trat in der 0,95-Tonnen-Klasse mit ihrem Gefährt „Crazy Horse“ an. Betreut wird sie von ihrem Vater Markus, der selbst jahrelang aktiv gefahren ist. Der gelernte Kfz-Mechaniker hat das Fahrzeug, wie er berichtete, gemeinsam mit seinem Bruder Frank gebaut. Gleichwohl sie kein namhaftes Team im Nacken haben, rechnen sie sich kaum große Chancen aus. „Wir wollen einen schönen Tag verleben und sehen, wie sich das Gefährt dank unserer Ideen auf der Bahn macht“, so Vater und Tochter.

Einfach dabeisein, die besondere Atmosphäre in der Füchtorfer Arena genießen, das wollten auch zahlreiche Väter und Großväter, die mit ihren Söhnen und Enkeln nach Füchtorf gekommen waren. Sie alle wollten Zeuge des Kampfs der chromblitzenden PS- Giganten werden. Und davon gab es in bester Tractor-Pulling-Tradition wieder jede Menge zu sehen, zu hören und zu fühlen bei diesem ersten Lauf zur Deutschen Meisterschaft. Wer die am Ende gewinnt, das wird sich frühestens im September zeigen.

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