Betrüger sind gute Schauspieler
Bild: H. Kraneburg
Betrügern keine Chance geben wollen (v. l.) Karina Cajo, Annette Schumacher und Daniela Kreickmann.
Bild: H. Kraneburg

 Die Gefahr beginne an der Haustür, durch die sich falsche Handwerker und angebliche Polizisten Zutritt verschaffen möchten, erfuhren die Zuhörer. Es sei daher wichtig, genau zu überlegen, warum Besucher gerade an der eigenen Tür klopften. Zur Sicherheit solle man mit Fremden nur mit vorgelegter Türsperre oder durch die geschlossene Tür sprechen. Handwerkern, die niemand bestellt habe, gehöre ebenfalls der Eintritt verwehrt.

Amtspersonen, so Cajo, könnten sich ausweisen, im Zweifel sei es aber ratsam, vor dem Öffnen der Tür telefonisch nachzufragen, ob der Besuch wirklich von der jeweiligen Behörde stamme. „Betrüger sind gute Schauspieler und begabte Psychologen“, warnte Cajo. Oft seien die Kriminellen nicht alleine unterwegs. Während eine Person das Opfer ablenke, versuchten Komplizen, Wertgegenstände zu finden. Das geschehe entweder durch einen Vorwand (angeblicher Rohrbruch) oder dadurch, dass nach dem Einlass die Tür nicht richtig wieder geschlossen werde. S

elbst in einem „dringenden Notfall“ müsse man die Ruhe bewahren und dürfe sich nicht unter Druck setzen lassen. Gleiches gelte bei Haustürgeschäften, bei denen gezielt ältere Menschen aufgesucht würden, um ihnen eine Unterschrift zu entlocken. „Nichts unterschreiben und auch hier den Besucher nicht einlassen“, so Cajo. Eine ganz andere Gefahr warte am Telefon: Durch den „Enkeltrick“ würden Kriminelle versuchen, eine Notsituation vorzutäuschen und dem Opfer hohe Geldbeträge zu entlocken. „Rate mal, wer hier spricht“ sei dabei eine beliebte Formulierung, um sich nach dem Nennen eines Namens als Verwandter auszugeben. „Die Täter sind oft sehr geduldig, rufen in regelmäßigen Abständen wieder an und fordern erst nach einiger Zeit Geld“, erklärte Cajo.

Es gebe außerdem technische Möglichkeiten der Maskierung, die Rufnummer „110“ im Telefon-Display erscheinen zu lassen und sich als Mitarbeiter der Polizei auszugeben. In diesem Fall handele es sich definitiv um Betrüger, da sich die echte Polizei nie über diese Notrufnummer melde. Generell sei es ratsam, immer misstrauisch zu bleiben und im Zweifel sofort aufzulegen, vor allem, wenn Geld gefordert werde.

SOCIAL BOOKMARKS