Bürger machen Weg frei für Einkaufszentrum
Noch existiert das neue Einkaufszentrum an der Hessel nur als Computeranimation. Nachdem die Bürger entschieden haben, dass das Projekt verwirklicht werden soll, können nach dem Abriss des historischen Brinkhaus-Gebäudes die Bagger für den Neuabu anrücken. Der Investor, die L. Stroetmann-Gruppe, möchte ihren Edeka-Markt spätestens im Sommer 2014 eröffnen.

Jubel brandete auf, als Bürgermeister Josef Uphoff am Sonntag um 18.45 Uhr das Ergebnis des ersten Bürgerentscheids verkündete, der je in Sassenberg durchgeführt wurde: Fast zwei Drittel der 5185 Einwohner der Hesselstadt, die sich sich an der Abstimmung beteiligt haben, haben sich durch ihr „Nein“ dagegen entschieden, den vom Rat gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Stadtmitte“, der die Errichtung eines Edeka-Markts auf dem zentralen Innenstadtgelände an der Hessel vorsieht, wieder aufzuheben.

 Insgesamt haben 3809 Bürger (63,6 Prozent) mit „Nein“ gestimmt. 2176-mal wurden Kreuzchen an den Stellen gemacht, die mit „Ja“ gekennzeichnet sind, was 36,4 Prozent der abgegebenen Stimmen entspricht. Mit dieser Zahl an Ja-Votierungen hat die Bürgerinitiative, die sich gegen das Einkaufsprojekt stark gemacht hat, auch das nötige Mindest-Quorum von 2215 Stimmen verfehlt, sodass der Bürgerentscheid sogar bei keiner einzigen „Nein“-Votierung gescheitert wäre.

Vertreter aus Politik und Verwaltung, allen voran Bürgermeister Josef Uphoff, zeigten sich erleichtert, dass das Votum in dieser Eindeutigkeit ausgefallen war. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung will den Supermarkt an zentraler Stelle, und offenkundig auch den für die Erschließung des Geländes vorgesehenen Kreisverkehr. „Der Kreisverkehr wird die Verkehrsproblematik nicht verschlechtern, wie im Vorfeld dieser Entscheidung oft behauptet worden ist“, sagte beispielsweise SPD-Fraktionschef Michael Franke. Das Thema „Verkehr“ sei damit aber nicht von der Tagesordnung. Es gelte nunmehr, nach intelligenten Lösungen auch an anderer Stelle wie dem „Nadelöhr“ Klingenhagen/Füchtorfer Straße zu suchen.

Der weitere Zeitplan sieht jetzt wie folgt aus: Im Februar kommenden Jahres will der Investor, die L. Stroetmann-Gruppe aus Münster, das alte Fabrikgebäude (Brinkhaus) auf dem Gelände Hesselstraße 6 abreißen. Bis Mai läuft dann das Beteiligungsverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans, in dessen Verlauf noch einmal alle Bürger Anregungen und Bedenken zum vorgesehenen Projekt äußern können. Unittelbar im Anschluss kann mit der Bauphase begonnen werden. Die Stroetmann-Gruppe hofft, zwischen Ostern und Frühsommer 2014 den Geschäftsbetrieb aufnehmen zu können.

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