Der lange Weg vom Korn zum Brot
Foto: Baumjohann
Arijan steuert den Miniatur-Mähdrescher, Theo Steiling füttert die Maschine mit Ähren.
Foto: Baumjohann

Jetzt machte er zum zweiten Mal an der Wilhelm-Emanuel-von-Ketteler-Grundschule Station. Auch wenn die Blicke der Kinder der Klassen 4a und 4b beim Herauslaufen auf den Schulhof als erstes auf den Miniatur-Mähdrescher fielen, hatte Steiling den Mädchen und Jungen doch noch viel mehr mitgebracht. 

Schließlich wollte der Beelener den jungen Füchtorfern verdeutlichen, wie viel Arbeit notwendig ist, bis das Brot im Laden verkauft werden kann. Arbeit, die mit der Aussaat der Körner beginnt. Eine Aufgabe, die auf dem Schulhof Silas und Filina übernahmen, die einige Körner auf den Miniaturacker streuten, den Steiling mit nach Füchtorf gebracht hatte. Wie die Körner ein paar Tage später aussehen, nachdem sie gekeimt haben und eine kleine Pflanze gewachsen ist, zeigte der Beelener anhand von Keimlingen, die er selbst vor ein paar Tagen gesät hatte: „Könnt ihr die kleinen Wurzeln erkennen?“ 

Klar konnten die Kinder das. Und die Viertklässler wussten auch, dass die Pflanzen Sonne und Wasser brauchen, um wachsen und später geerntet werden zu können. Wie viele Körner sich in einer Ähre befinden, konnten die jungen Forscher ausprobieren, indem sie die Ähre zwischen den Händen zerrieben und das Dreschen quasi im Handbetrieb durchführten. Eine Arbeit, die heutzutage der Mähdrescher übernimmt, dessen Funktion Theo Steiling den Schülern ebenfalls erläuterte. 

Während Ariyan am Lenkrad saß und kräftig in die Pedalen trat, stopfte Steiling Ähren in das Gerät, bis die Körner in den Auffangbehälter fielen. Für die Körner führt der Werg zur Mühle, deren Antrieb Emily und Alina übernahmen, danach kommt das Mehl zum Bäcker, und erst dann kann Brot gebacken werden. Aber nicht nur im Brot wird Getreide verwendet, wie der Beelener den Jungen und Mädchen anhand einiger Produkte verdeutlichte: Nudeln, Müsliriegel, Zwieback und auch Weizenbier hatte er als weitere Beispiele von Lebensmitteln mitgebracht, die es ohne Getreide nicht gäbe. 

Seinen Mini-Mähdrescher hat Theo Steiling, der drei Jahrzehnte bei Claas in Harsewinkel gearbeitet hatte, übrigens selbst gebaut: „Aus Schrott“, wie der Beelener schmunzelnd sagte.

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