Die Stadt Sassenberg und die Frauenquote
Frauen mit Leitungsfunktionen gibt es zwar beim Arbeitgeber „Stadt Sassenberg“, im höheren Dienst finden sich allerdings nur Männer.

Zum zweiten Mal hat die Stadtverwaltung jetzt einen so genannten Frauenförderplan aufgestellt. In ihm sollen in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten, Manuela Stumpe, konkrete Zielvorgaben für die Jahre 2011 bis 2013 gemacht werden.

Die Bilanz des ersten Förderplans, der im Jahre 2001 aufgestellt worden war, sieht auf den ersten Blick positiv aus. Die Zahl der in der Firma „Stadt Sassenberg“ beschäftigten Frauen konnte demzufolge von 64,9 auf heute 69,7 Prozent gesteigert werden. Das lag, so erklärte es Bürgermeister Uphoff jetzt im Rahmen der Sitzung des Hauptausschusses den heimischen Politikern, hauptsächlich am Ausbau der Kindertagesstätten, in denen ausschließlich Erzieherinnen beschäftigt seien.

Die Frage von Wolf-Rüdiger Völler (CDU), ob man angesichts einer derartigen Quote nicht lieber einen Herrenförderplan aufstellen solle, wurde von Manuela Stumpe allerdings nur mit einem gequälten Lächeln quittiert. Denn der viel beschworene Teufel liegt eher im Detail. So sind bei den Beamtinnen und tariflich beschäftigten stolze 100 Prozent im einfachen Dienst, etwa im Reinigungsbereich, angesiedelt und somit den untersten Besoldungsgruppen zuzurechnen. Im Höheren Beamtendienst sowie bei den vergleichbaren tariflich Beschäftigten findet sich hingegen nicht eine einzige Frau. Quote: Null Prozent.

Das habe seinen Grund, so Hauptamtsleiter Martin Kniesel, hauptsächlich darin, dass in diesem Bereich kaum Fluktuation stattfinde. Kniesel: „Wir sind ein relativ junges Abteilungsleiter-Team, und so schnell wird man uns nicht wieder los.“ Zudem sei es in der Vergangenheit immer so gewesen, dass sich auf entsprechende Ausschreibungen hin nur männliche Bewerber gemeldet hätten. Dann habe man nur die Möglichkeit, die Stelle entweder gar nicht zu besetzen oder in Kauf zu nehmen, dass der Mann, der eingestellt werde, über viele Jahre hinweg die Stelle ausfülle.

Auch in der zweithöchsten Besoldungsstufe, dem gehobenen Dienst, ist nur jeder vierte Beschäftigte weiblich.

Im mittleren Dienst immerhin stimmt die Quote mit einem Frauenanteil von 44,4 Prozent. Dennoch hat der Förderplan 2001 Erfolge zu vermelden. So stieg der Frauenanteil in der Besoldungsgruppe A 9 von 33 auf 66,7 Prozent.

Dass es im Bereich der Stadtverwaltung Null Prozent Frauen im höheren Dienst gibt, besagt nicht, dass Frauen in Sassenberg keine Chefinnen gibt. Gegenüber dem Jahr 2000 hat sich der Anteil der Frauen mit Leitungsfunktionen, wozu auch stellvertretende Leiterinnen zählen, auf insgesamt 13 erhöht. Die Quote in diesem Bereich ist um zehn auf 46,2 Prozent angewachsen.

Im Bereich der Teilzeitbeschäftigten konnte in den vorigen zehn Jahren ein Rückgang der Frauenquote von 100 auf heute 87 Prozent verzeichnet werden, was bedeutet, dass immer mehr Männer von dieser Art des Beschäftigtenverhältnisses Gebrauch machen. Insgesamt arbeiten heute 51,5 Prozent der Beschäftigten im Bereich der Stadt in Teilzeit.

Bei den Auszubildenden ist die Zielvorgabe einer 50-prozentigen Frauenquote mehr als erreicht. Von den neun Azubis in unterschiedlichsten Berufsfeldern sind sechs weiblichen Geschlechts.

Insbesondere auch bei Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten wurden Frauen über den bisherigen Umfang hinaus berücksichtigt, um einen Anteil von 50 Prozent zu erzielen.

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