Egal, ob Gäste weiß, schwarz oder lila sind
Nicht nur bei der Weihnachtsfeier verstehen sich Besucher und Betreuer im städtischen Jugendheim „Inside“ als eine große Familie.

Neben weihnachtlicher Livemusik gab es reichlich Pizza und Getränke auf Kosten des Hauses für alle Teilnehmer. Wie in jedem Jahr hatten sich viele Menschen auch eine Menge zu erzählen. Aber was passiert in dem Haus neben der Post eigentlich genau?

Warum zieht es so viele ehemalige Besucher und Mitarbeiter auch noch nach Jahren immer wieder in das städtische Gebäude mit der markanten Front? Dirk Ackermann, städtischer Jugendpfleger und Leiter der Einrichtung, beschreibt es so: „Als ich vor ein paar Tagen mit ungefähr zehn Kindern auf dem Mühlenplatz den Weihnachtsbaum für unser Haus gekauft habe, sprach mich ein älterer Herr an.

 „Was ist das eigentlich für ein Haus, ein Kinderheim?“, wollte er wissen. „Nein“, antwortete ich. In der Kürze der Zeit fiel Ackermann nur eine knappe und pragmatische Erklärung ein: „Das ist wie eine Gaststätte für junge Leute; nur ohne Alkohol.“

Das Jugendzentrum der Stadt Sassenberg ist ein offenes Haus, das für jede Besucherin und jeden Besucher seine Türen geöffnet hat. Die großen Reisen in den Sommerferien nach Südeuropa, die Betreuerschulungen in den Osterferien und die Vater-Kind-Wochenenden für die Kindertageseinrichtungen sind zeitlich begrenzte Veranstaltungen. Die offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendzentrum ist hingegen tägliche Aufgabe der Betreuer. „

Bei unserer Arbeit sind wir sehr dankbar und froh, dass wir keine Entwicklungsberichte verfassen oder gar Noten vergeben müssen“, sagt Ackermann. Die Anforderungen an die heranwachsenden Menschen seien im Alltag schon groß genug. „Bei uns wird jede Besucherin und jeder Besucher so akzeptiert, wie sie oder er ist.

Es ist egal, ob die Gäste weiß, gelb, schwarz oder lila sind. Es spielt keine Rolle, zu welchem Gott sie beten, ob sie (noch) nicht gut deutsch sprechen oder Defizite in Mathematik haben.“

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