Eine Unterschrift kann teuer werden
Bild: D. Reimann
Daniela Kreickmann (l.) von der Verbraucherzentrale war jetzt zu Gast in der Hauptschule im Herxfeld. Hier wurden die Zehntklässler (im Bild die 10 b mit Lehrerin Waltraud Kondziella) fit gemacht im Umgang mit Geld und dem Abschluss von Verträgen.
Bild: D. Reimann

Während einer Urlaubsreise an der Ostsee werden die beiden 18-jährigen Dana und Amelie von zwei Jungen angesprochen und gefragt, ob sie nicht drei Monate lang eine Zeitschrift ihrer Wahl kostenlos testen wollen. Dazu müssten sie lediglich ein Formular ausfüllen und es unterschreiben.

 Drei Wochen später lesen sich die Mädchen das erste Mal durch, was sie unterschrieben haben: Ein auf zwei Jahre angelegtes Zeitschriftenabo mit monatlichen Kosten in Höhe von zwölf Euro. Sie sind überzeugt von diesem Vertrag zurücktreten zu können. Richtig oder falsch? Auffordernd blickt Daniela Kreickmann von der Verbraucherzentrale NRW in Ahlen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 b der Hauptschule im Herxfeld an. „Haustürgeschäfte können innerhalb von zwei Wochen rückgängig gemacht werden“, meldet sich ein Schüler zu Wort.

 „Leider nein“, antwortet Kreickmann. Die beiden Mädchen hätten zum einen die Zwei-Wochen-Frist überschritten, zum anderen ihre Unterschriften unter einen Vertrag gesetzt, dessen Inhalt sie eigentlich hätten kennen sollen. „Von Betrug kann also hier nicht einmal die Rede sein, die Mädchen müssen zahlen“, erklärt die Verbraucherberaterin. Die Schüler schlucken. An diesem Morgen erfahren sie anhand vieler Beispiele, wie kostspielig eine Unterschrift oder ein Klick im Internet sein können.

Was viele der Jugendlichen ebenfalls nicht wussten, ist, dass ein Kaufvertrag nicht schriftlich geschlossen werden muss. Auch Kaufverträge, die mündlich, per Handschlag oder mit Mimik und Gestik erfolgen, sind rechtsgültig. „Wir wollen die Jugendlichen sensibilisieren, was den Umgang mit Geld und den Abschluss von Verträgen angeht“, sagt Kreickmann zum Sinn und Zweck der lehrreichen Doppelstunde.

Diese kam am Mittwochmorgen auch den beiden anderen zehnten Klassen zugute. Daniela Kreickmann hatte bewusst zahlreiche Fallbeispiele mit in die Schule gebracht. „So werden den Schülern die Gefahren und Fallen, die ihnen gestellt werden können, am besten begreiflich gemacht.

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