FDP stellt Antrag auf Jugendparlament
Archivbild: Veith
Die Bewegung „Fridays for Future“ hat zuletzt auch in Warendorf junge Menschen mobilisiert, sich stärker politisch zu engagieren. Der Antrag der FDP auf ein Jugendparlament in Sassenberg soll Jugendlichen wieder eine Stimme geben, sagt Antragssteller Johannes Philipper.
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„Jugendliche wollen mitentscheiden, fühlen sich aber nicht ernstgenommen“, sagt Johannes Philipper von der FDP in Sassenberg. Um Jüngere für Politik zu begeistern, schlägt er nun Bürgermeister Josef Uphoff die Gründung eines Jugendparlaments vor. Er ist überzeugt: „Politik kann Spaß machen.“

Altersdurchschnitt in Räten hoch

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der WDR eine Studie über die Zusammensetzung von Räten in Nordrhein-Westfalen. Ein Ergebnis dieser Analyse war das sehr hohe Alter in den Räten und der fehlende Nachwuchs. Parallel suchen viele Jugendliche, nicht zuletzt seit „Fridays for Future“, eine Möglichkeit, sich politisch zu engagieren und ihre Ideen einzubringen.

Jugendliche vor extremer Gesinnung bewahren

Diese Studie und auch die diesjährige Jugendwahl in Sassenberg waren der Anstoß für den Antrag. „Das Ergebnis war überraschend. Ein hoher Anteil hat die AfD gewählt. Diese Wahl rührt daher, dass sich viele nicht ernstgenommen fühlen“, sagt der Politiker. Bevor die Gesinnungen extremer werden, sieht er das Parlament als Stimme für die Jugend als Lösung. Johannes Philipper macht deutlich: „Es geht nicht darum, speziell für eine Partei zu werben. Vielmehr soll das Jugendparlament frei von parteipolitischen Zwängen agieren und nichts vorgegeben bekommen.“ Die Vergabe eines Klimaschutzpreises oder Heimatpreises sind Aufgabenmöglichkeiten, die der 32-Jährige im Rahmen eines Jugendparlaments sieht. Jugendrelevanten Themen soll so ein Gehör verschafft werden.

„Initial sollte das Parlament durch die Stadt und die politischen Parteien besetzt werden“, erklärt Philipper. Eine festgesetzte Altersgrenze soll es nicht geben. Zwischen 14 und 18 Jahren soll der grobe Rahmen sein. Der Politiker sieht die Altersbegrenzung als relativ an: „Engagiert sich ein Jugendlicher und wird im nächsten Jahr dann 19 Jahre alt, sollte er trotzdem noch mitentscheiden dürfen.“

Vorstellung in der nächsten Ratssitzung

Für ein weiteres Engagement sieht er dann auch parteipolitisch eine Chance. „Die FDP ist relativ jung, aber insgesamt fehlt es an Nachwuchs, vor allem in der Kommunalpolitik.“

In Nordwalde (Kreis Steinfurt) hat die Idee vom Jugendparlament bereits Schule gemacht. In Warendorf gab es auch Testläufe für ein Jugendparlament. In der Emsstadt hat sich die Idee allerdings nicht durchgesetzt. Ein Grund war auch die geringe Beteiligung von Jugendlichen. Für das Strategiekonzept 2030 hingegen, welches aktuell erarbeitet wird, wurden auch Vorschläge von Jugendlichen, im Rat mitbestimmen zu wollen, aufgenommen.

In Sassenberg ist der FDP-Antrag auf die Einrichtung eines Jugendparlaments bereits Bürgermeister Josef Uphoff eingereicht worden. Auf Nachfrage der „Glocke“ bestätigte Uphoff, dass Antrag auf auf ein Jugendparlament offiziell in der nächsten Ratssitzung am 12. November.

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