Füchtorfer fragt Minister vor Millionenpublikum
Bild: Rieder
Patrick Schwienheer hofft darauf, dass bald Saisonarbeiter aus Rumänien nachkommen dürfen.
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Derzeit arbeiten 20 Angestellte und Saisonarbeiter auf dem Hof der Familie, ernten Tomaten, Paprika und anderes Gemüse. „Derzeit kommen wir gut aus mit der Arbeit“, sagt Schwienheer. „Aber die Hochsaison kommt erst noch“, betont der 36-Jährige, der dann zehn zusätzliche Kräfte braucht.

Schwienheer fragt Bundesminister Heil: „Sollen die Regale leer bleiben?“

„Es gibt noch viele offene Fragen, die zu klären sind“, sagt der Landwirt. Deshalb beteiligte er sich an der ARD-Sendung „Hart aber fair“ und stellte dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, vor Millionenpublikum folgende Frage: „Die Grenzen sind zu, Mitarbeiter können nicht nach Deutschland und es kommen nicht genügend Waren aus Italien und Spanien. Sollen die Regale leer bleiben?“

Hubertus Heil antwortete, dass die Bundesregierung den Zeitraum, in dem Saisonarbeiter in Deutschland tätig sein dürfen, von 70 auf 115 Tage verlängert habe und durch die Zuverdienstmöglichkeit bei Kurzarbeitern mehr Deutsche bei der Ernte helfen könnten.

„Dass unsere Hilfskräfte aus Rumänien länger bleiben dürfen, ist eine gute Lösung“, antwortet Schwienheer auf „Glocke“-Nachfrage. So können die Gastarbeiter von April bis September bleiben. „Zur Not bekommen sie einen Halbjahresvertrag.“

Idee: Saisonarbeiter gehen erst in Quarantäne und werden dann eingeflogen

Bundesminister Hubertus Heil sagte bei „Hart aber fair“ zudem: „Wir müssen generell über die Frage reden, ob wir niemanden mehr reinlassen.“

Auch darüber hat sich der Füchtorfer schon Gedanken gemacht: „Ich weiß natürlich um die Probleme, und dass der Schutz der Menschen wichtig ist. Aber viele Saisonarbeiter aus Rumänien leben in Gebieten, in denen die Zahl der Coronainfektion sehr gering ist. Vielleicht kann man sie 14 Tage in Rumänien in Quarantäne setzen, ehe sie dann zu uns kommen.“

Für viele Hilfskräfte aus dem Ausland sei die Tätigkeit auf deutschen Höfen und Äckern wichtig, erklärt Schwienheer.

Hilft mit: Mioara Samson.

„Für viele ist es der richtige Job. Von dem verdienten Geld leben sie und ihre Familien ein Jahr lang. Ein Großteil hat sonst noch kleine Berufe, die sie in ihrer Heimat ausüben.“

„Wir können nicht auf 30 Prozent unserer Erträge verzichten“

40 Gemüsekulturen wachsen und gedeihen auf den Äckern und den Gewächshäusern des Gemüsehofs. Die Erträge verkauft Patrick Schwienheer an regionale Bio-Höfe und -Geschäfte. Dass die Belieferung und damit auch die Versorgung der Bevölkerung wichtig sei, weiß auch der 36-Jährige.

Das hat zwei Gründe: „Wir wollen nicht, dass die Regale der Bioläden leer bleiben. Und auch für uns ist das ein wichtiger, wirtschaftlicher Faktor.“ Denn: „Wir schaffen jedes Jahr Ernte-Rekorde und merken dennoch, wie knapp es ist“, betont der Landwirt, dass der finanzielle Spielraum nicht riesig ist.

„Wir können deshalb nicht auf 30 Prozent unserer Erträge verzichten.“ Deshalb spielen die Saisonarbeiter eine so große Rolle. „Sie kennen die Arbeit und sind effizient.“ Immerhin: Es gibt bereits Anfragen von Bürgern aus der Umgebung, die mit anpacken wollen.

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