Gedichte und Gerichte von Goethe
Bild: Fabich
Der von Johann Wolfgang von Goethe geliebte Frankenwein mundete auch den Teilnehmerinnen des literarisch-kulinarischen Abends, zu dem die KFD ins Altenzentrum geladen hatte.  
Bild: Fabich

Wie ein Sprichwort sagt, hat der Erfolg viele Väter. Erika Ruhe hatte ein „Dreamteam“ für diesen Abend verpflichtet. Elke Seul von der Bücherei und Cilly Rutemöller vom Kulturverein waren für den Ohrenschmaus zuständig, Horst Wessel als Küchenchef mit seinem Team für den kulinarischen Genuss.

Ernst und heiter, frech und offen waren die Texte über Goethes Vorlieben und sein Leben. Seine Überlegungen als 16-Jähriger, Lehrer an einer Mädchenschule zu werden, um dem schönen Geschlecht ebenfalls die Möglichkeit guter Bildung zu verschaffen, bekam einen Dämpfer, da die Mädchen nicht zu schön sein dürften.

Sonst hätte er sie eher in der Kunst der Liebe unterrichtet, erfuhren die Zuhörerinnen. Die Gäste des Abends bekamen auf leichte Weise einen Goethe serviert, wie sie ihn bisher noch nicht kannten. Goethes Liebe zum jungen Gartengemüse und zu den Frauen durchzog sein ganzes Leben. Bereits als 17-Jähriger verliebte er sich das erste Mal.

Von den drei Phasen der intensiven Liebe, die sich in seiner Dichtung niederschlug, der Eifersucht, der Angst und schließlich der Flucht, hätten alle Frauen berichten können, die mit Goethe in näheren Kontakt kamen. Er litt jedesmal nach der Trennung, genau wie die Frauen. „Die Jugend verschlingt nur, und dann geht sie schnell fort“, erklärte Goethe in einem Zitat über das Essen, denn er war kein Kostverächter – und das schon von Kindheitsbeinen an.

So spannten Cilly Rutemöller und Elke Seul einen weiten Bogen von den Erlebnissen des jungen Johann Wolfgang, als er sich in die sonst verschlossene Vorratskammer schlich, bis zum Liebes(er)leben des reifen Geheimrats von Goethe. Passend dazu wurde das Essen serviert, zunächst der von Goethe so geliebte Frankenwein, dann die Süßspeisen mit Pflaumen, Bratapfel und Vanillesoße. Als Gartenfreund legte der Geheimrat großen Wert auf frisches, junges Gemüse, und so gab es für die Gäste und Bewohner des Altenzentrums an diesem Abend ebenfalls Spargel in Blätterteig, Forelle mit Fruchtsahne und die auch als Aphrodisiakum gepriesene Artischocke als Salat.

Die Gäste und Veranstalter waren sich einig, dieser Abend hatte auf jeden Fall neben dem Genuss des guten Essens auch wieder Lust auf Goethe gemacht.

SOCIAL BOOKMARKS