Hypnose ist wie ein paar Bierchen im Kopf
Bild: C. Alsmann
Blitzschnell versetzte der Meister auf der Bühne seine Medien in Tiefschlaf, um sie anschließend mit einem Fingerschnips – psychisch leicht verändert – wieder zurückzuholen.
Bild: C. Alsmann

 Voll war es im Saal der Gaststätte Artkamp. Niemand bereute sein Erscheinen. Bis zur letzten Minute wechselten sich Spannung und Begeisterung ab und tosender Applaus waren dem Meister und seinen Medien sicher.

Kollektiv auf der Bühne in einen Wachschlaf fallen, ein imaginäres Musikinstrument spielen, weil Orchestermusik den Saal beschallt, oder vom Stuhl aufspringen, weil die Sitzfläche plötzlich glühend heiß wird – Unfassbares erlebten die Freiwilligen aus dem Publikum auf der Bühne. Aber Meister Aaron hatte es ja angekündigt: „Alles, was ich ansage, wird eintreffen.“ Die Zuschauer trauten ihren Augen und Ohren nicht: Simone hatte vergessen, wie sie heißt. Obwohl sie hellwach schien und alle Fragen, die ihr gestellt wurden, beantworten konnte – ihr Name fiel ihr nicht ein.

Ein Fingerschnips von Aaron und alle schliefen ein. Beim nächsten Schnips waren die Freiwilligen wieder da, als wäre nichts gewesen. Und nicht nur Bewegungen, auch imaginäre Gerüche konnte der Meister den Damen und Herren auf der Bühne vermitteln. Angenehme, und man rutschte zum Schnuppern ganz nah an den Nebenmann, das Gegenteil geschah bei vermeintlich unangenehmen Gerüchen. Die Stars des Abends waren die Probanden aus dem Publikum, die Hypnotiseur Aaron auf die Bühne holte. „Ich besitze keine magischen Kräfte“, betonte Aaron.

 „Ich bin heute lediglich euer Reiseführer in eine etwas anderen Gedankenwelt.“ Da war das junge Mädchen, das sich nach seiner Anweisung wie eine Hundertjährige fühlte und sich auch so beschwerlich zurück zu ihrem Stuhl begab. Im nächsten Moment fühlte sie sich wie Britney Spears, entriss dem Meister das Mikrofon und rockte über die Bühne. „Wir haben alles mitbekommen, das Lachen des Publikums, die Witze des Meisters, einfach alles“, bestätigten alle Freiwilligen. „Es war, als hätte man ein paar Bier getrunken. Zu wenig. um betrunken zu sein, aber genug, dass einem alles egal wird“, so ein Proband.

In diesem Jahr war es der Kolpingverein, der den Kulturabend organisiert hatte. An der Spitze waren Josef Klösener, Josef Obermeyer und Ludger Kreimer für die Organisation und den Ablauf zuständig. Dank Marco Laumann funktionierten auch die Technik und der musikalische Part des Abends reibungslos. Gern mehr davon nächstes Jahr.

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