Immanuelhaus wartet wieder auf Käufer
Das frühere Immanuelhaus ist nach rechtlichen Turbulenzen jetzt wieder auf dem Immobilienmarkt zu finden. Bild: Austrup

Das schreibt Ulrike von Brevern auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde. 2012 war das damals 20 Jahre alte Gemeindehaus in Füchtorf entwidmet worden. Seit 2013, so waren die meisten Gemeindeglieder überzeugt, war es verkauft. „Leider deckte sich diese Überzeugung nur zum Teil mit der Realität“, erläuterte Pfarrer Michael Prien als Vorsitzender des Presbyteriums den überraschten Zuhörern.

Die Gemeinde hatte sich nur schweren Herzens von ihrem Haus in Füchtorf getrennt. Da die Auslastung aber nicht mehr ausreichte, blieb aufgrund der Finanzlage kaum eine andere Wahl. Nach der Entwidmung im August 2012 wurde für das Gebäude im Ortskern ein Käufer gesucht, das rund 1500 Quadratmeter große Grundstück sollte, so die Auflage der Landeskirche, in Erbpacht vergeben werden. Tatsächlich fand sich innerhalb eines Jahres ein Käufer. Eine Familie aus Steinfurt wollte das Haus erwerben und zu einem Wohnhaus umbauen. Ein Kaufvertrag wurde unterzeichnet und den potenziellen Neueigentümern die Möglichkeit eingeräumt, schon vor Übergang des Eigentums mit ersten kleineren Umbauarbeiten zu beginnen.

 „Bald darauf begannen allerdings die Probleme“, berichtete Pfarrer Prien: Die Umbauarbeiten seien deutlich umfangreicher geraten als zugestanden, vereinbarte Zahlungen jedoch ausgeblieben. Daher habe sich das Presbyterium schließlich entschlossen, den Kaufvertrag fristgemäß aufzukündigen. Laut Vertrag hätten Haus und Grundstück damit geräumt und in den Ursprungszustand zurückversetzt werden müssen. Das war im vergangenen Sommer.

 „Weil nichts dergleichen passierte, folgte eine Räumungsklage, der das Landgericht Münster im Januar stattgab“, so Pfarrer Prien. Kurzfristig müssten die Bewohner nun Haus und Grundstück freimachen, ansonsten drohe die Zwangsräumung. Insgesamt sei das schon ein ungewöhnlicher Fall, sagte Rechtsanwalt Reiner Hartdorf, der das Presbyterium in den vergangenen Monaten in Rechtsfragen ehrenamtlich begleitet hat. Es seien alle Vereinbarungen unterschrieben worden, aber es sei einfach nichts passiert.

Ob und welcher Schaden der Gemeinde entstanden ist, dazu konnte Michael Prien zunächst noch nichts sagen. Fest stehe allerdings, dass das Immanuel-Haus von nun an wieder auf dem Markt zu haben sei.

SOCIAL BOOKMARKS