Jagd auf Serienkiller in der Mühle
Bild: D. Reimann
Moa Graven, Vielschreiberin aus Ostfriesland, hat in der Mühle aus zweien ihrer Werke vorgelesen.
Bild: D. Reimann

 Als die ersten Zuhörer eintrudelten, saß die 57-Jährige schon an ihrem Vorlesetisch, vor sich ein Mikrofon, um sie herum Bücher, die allesamt aus ihrer Feder stammen. Die Flecken in ihrem Gesicht, die von weitem für Verwunderung sorgten, entpuppten sich bei näherer Betrachtung als Tattoos. Hier ein Drachen, dort Blätter in schwarz und rot und ein schwarzes Dreieck auf dem Handrücken. Eine Marotte der Künstlerin? Viel eher ein Gag. „Ich habe mir gedacht, das passt gut zum Titel meines neuesten Krimis“, sagt sie. Und aus diesem Werk namens „Tattoo“ sowie aus dem neuen Langeoogkrimi „Hochzeitstod“ las sie einige Passagen vor.

Viele Frauen und wenige Männer hatten es sich in der Mühle gemütlich gemacht. Sie ließen sich Ostfriesentee oder Wein schmecken, die zu Eiser-Waffeln vom Team der Bücherei gereicht wurden. Sogar die Langeoog-News und ein „Eva-Sturm-Tee“, benannt nach der Ermittlerin der Langeoog-Serie, lagen für jeden Zuhörer parat. Nichts war dem Zufall überlassen. Das verwundert nicht, schließlich vermarktet sich Moa Graven selbst. Anstatt sich einen Verlag zu suchen, hat sie vor fünf Jahren den „Criminal-Kick“-Verlag gegründet und kann sich so voll auf ihr Schreiben konzentrieren. Und das macht sie, seit sie 2013 ihren Job gekündigt hat, mit Hingabe. Bereits an die 60 Bücher hat sie geschrieben, nach eigenen Angaben über 250 000 verkauft.

 Während Eva Sturm wie im „Hochzeitstod“ auf Langeoog ermittelt und Profiler Jan Krömer in Aurich einen Serienkiller jagt, schickt sie in Leer Kommissar Guntram, in Friesland den Polizeipsychologen Joachim Stein und in Norddeich die fünfköpfige Soko 117 auf Verbrecherjagd. Moa Graven liest unaufgeregt und besonnen, und so ist auch ihre Sprache. Sie verzichtet auf Effekthascherei, und dennoch schafft sie es schnell, ihre Leser in den Bann zu ziehen.

Ja, man wird neugierig, wie Eva Sturm den Todesfall aufklärt, wie Jan Krömer den Mörder der toten Frau, die auf einem geblümten Sofa mitten in ihrem Garten sitzt, aufspürt.

Da trifft es sich, dass Mo Graven der KöB als Gastgeschenk Werke aus ihrer Feder mitgebracht hat. „Die müssen erstmal ausleihfertig gemacht werden, stehen für die Leser dann ab Anfang 2020 parat“, so das Versprechen von Büchereileiterin Hiltraut Bergmann.

SOCIAL BOOKMARKS