Josef Pickers Kunst prägt die Region
Bild: Alsmann
Mit einer von Johann Fugel handgefertigten kunstvollen Ikone bedankte sich der Heimatverein bei dem Dozenten (v. l.) Johann Fugel, Gerhard Lohmeier und Gregor Krützkamp.
Bild: Alsmann

Im Saal Artkamp-Möllers begrüßte er zahlreiche Gäste zu einem Vortrag über den Künstler und Bildhauer Picker, der 1895 in Füchtorf geboren worden war. Professor Dr. Gerhard Lohmeier vom Verein der Krippenfreunde Osnabrück-Emsland hatte sich intensiv mit den Picker-Kunstwerken beschäftigt. Er hatte Daten und Fakten zusammengefügt, die von der Familie sowie von dem Heimatforscher Professor Heinrich Ostholt geliefert worden waren, und zu einem kurzweiligen Porträt aufbereitet. „Josef Picker war ein standhafter und Werte verwurzelter Mensch. Ohne ihn würde dieser Region etwas fehlen“, sagte Lohmeier überzeugt. Ereignisse, die Josef Picker im Ersten Weltkrieg erfahren musste, prägten dessen künstlerisches Schaffen. Das Gelübde, das er damals ablegte, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Lebenswerk. Neben den profanen Kunstwerken hat Picker viele bedeutende Schätze für Kirchen und Klöster gestaltet. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Picker in der Werkstatt des Münsteraner Künstlers Professor Franz Guntermann. Dort fertigte er das Gnadenbild im Kloster Vinnenberg. Erst 1980, an seinem 85. Geburtstag, offenbarte er, dass er die Mutter Gottes im Auftrag Guntermanns geschnitzt hatte. Ebenfalls dauerhaft an den Künstler wird das Kreuz im Turm der St. Marienkirche in Warendorf erinnern. „Die 1950er-Jahre waren wohl seine glücklichsten und produktivsten“, stellte Lohmeier fest. Picker fertigte die ausdrucksstarken Krippenfiguren für die Kirchengemeinde Lichtenau, die Türen der Klosterpforte in Gerleve und viele Hof- und Wegekreuze. Dass die Christus-König-Darstellung, das alte Friedhofkreuz, den Weg vom verstaubten Dachboden an den Giebel des Heimathauses gefunden hat, erfreut den Professor besonders. „Ich sehe das voll inniger Begeisterung.“ Er zeigte sich überzeugt, dass Picker ein Zeichen setzen wollte. Die Figur mit geöffneten Augen soll Hoffnung und Trost spenden, es ist das einzige bekannte neoromanische Kreuz dieser Art. „Unter keinen Umständen darf es wieder auf dem Dachboden verschwinden“, appellierte Lohmeier an die Zuhörer.

Öffnungszeiten

Die Picker-Ausstellung ist am Wochenende geöffnet: Samstag von 15 bis 18 Uhr und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Gruppen auch nach Terminabsprache. Anmeldungen beim Heimatverein, Telefon 05426/2673, und www.heimatverein-fuechtorf.de.

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