Kein Platz für Hetze in Facebook-Gruppe
Bild: Miketta
Achten in der Facebook-Gruppe „Sassenberg“ darauf, dass fair diskutiert wird: Gründer (v. l.) Joseph Dahlhaus-Erichsen sowie die beiden Administratoren Melanie Strohbücker und Patric Ludorf.
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Ludorf wacht mit Melanie Strohbücker und Jana Strothmann darüber, was in der Gruppe mit ihren mehr als 4000 Mitgliedern gepostet, geschrieben und diskutiert wird. „In allererster Linie wollen wir Sassenbergern die Möglichkeit bieten, sich zu helfen, sich auszutauschen, Fragen zu stellen“, erklärt Melanie Strohbücker.

Mal sucht einer seine Katze, mal wird ein Fahrrad gefunden

Viele der Nutzer berücksichtigen das. Mal sucht ein Sassenberger seine Katze, dann findet ein Mitglied ein Fahrrad im Straßengraben. „Manchmal lassen sich so über die Gruppe tatsächlich die Besitzer finden“, sagt Ludorf, der die Macht der Sassenberger Facebook-Gemeinde schätzt: „Dort können schnell Meldungen abgesetzt werden, die viele Menschen erreichen.“

Auch Menschen von außerhalb, die zu Besuch oder zum Campen in Sassenberg seien, tummelten sich in dem Forum, um Fragen zu stellen. „Die Gruppe ist seit einem halben Jahr sehr ruhig und harmonisch“, sagt Ludorf.

Tägliche Kontrolle ist Pflicht, denn manche User sind unberechenbar

Und dennoch müssten er, Strohbücker und Strothmann aufpassen, was geschrieben wird – am besten täglich. „Wir kontrollieren die Posts immer wieder nach der Arbeit oder zwischendurch mal“, erklärt Strohbücker. „Aber da geht uns für ein, zwei Stunden auch mal ein unangebrachter Post oder ein Streit durch die Lappen“, berichtet die 37-Jährige.

Denn nicht jeder treffe sich im Netz zum virtuellen Kaffeeklatsch, wie die Sassenbergerin es ausdrückt. Immer wieder gebe es Einzelfälle, die von den Administratoren ermahnt oder gar rausgeschmissen würden. „Das gehört dazu.“

Streit schlichten gehört für die Administratoren auch dazu

Genauso wie das Schlichten von Streitigkeiten, die manchmal dadurch entstehen, dass Nutzer sich in einer Konversation missverstehen.

„Viele verstehen keine Ironie im Internet. Sie verstehen Kommentare falsch und schon gibt es Streit“, sagt Joseph Dahlhaus-Erichsen, der die Gruppe 2011 gegründet hatte (Siehe Drei-Fragen an…).

„Wir müssen diplomatisch sein und uns die Diskussionen durchlesen, um anschließend einen Vorschlag zu machen oder die Kommentar-Funktion einfach auszustellen, wenn Nutzer beleidigend werden“, ergänzt Strohbücker, die genau wie Ludorf und Strothmann vieles duldet, aber eben nicht alles. „Dafür gibt es ja Benimmregeln.“

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