Kinder lernen in und von der Natur
Foto: Rieder
Lernen in und von der Natur: (v. l.) Elias, Maria-Angelina, Martin Sievers, Annika, Mara, Amy und Yasmin-Selma.
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Gleichwohl sie mit ihrer Lehrerin Jana Stafflage in den Brook gekommen waren, führte Martin Sievers durch die Stunde – und er hatte sogar eine eigene Schule mitgebracht: die „Rollende Waldschule“ der Kreisjägerschaft Warendorf, mit der er jährlich rund 220 Termine kreisweit absolviert. 

Zahlreiche Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten über Grund- und weiterführende Schulen bis hin zu Berufskollegs – laden ihn regelmäßig zu sich ein. Aber auch in Seniorenheimen, bei deren Bewohnern die Präsentation der Tiere und Pflanzen hilft, Erinnerungen wachzurufen, ist er gern gesehener Gast. Diesmal sind die Johannesschüler an der Reihe. Ihnen will Sievers einiges über den Wald erklären, sie für das Thema sensibilisieren und die Natur zugleich zu einem spannenden Ort machen, den man gerne besucht. 

Das Vorwissen ist oft sehr unterschiedlich“, sagt er. Ein Raubvogel werde zumeist als Adler identifiziert, und wenn er auf einen kleinen bunten Vogel in einem Baum zeige, dann sei das oft ein Kolibri, erzählt Sievers schmunzelnd. Heute allerdings hat er mit Mara eine Kollegin gefunden, die ihm das Lehren abnehmen kann. „Mein Papa ist zwar kein Förster, aber wir haben einen Garten und sind auch oft hier im Wald. Da erklärt er mir alles“, erläutert die Zweitklässlerin den Hintergrund ihrer Kenntnisse. 

„Ich gehe nach Hause und du machst weiter“, scherzt Sievers. Natürlich bleibt er doch, und, angespornt von Maras Wissen, fliegen ihm viele Antworten der anderen Kinder zu. Erstaunlich viele davon sind richtig. Einige kennen sogar den Unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf oder wissen, was Eichhörnchen sammeln und als Vorrat verstecken. Die Gruppenintelligenz bringt das Nahrungsspektrum der Wildschweine zusammen, und Lehrerin Jana Stafflage staunt hocherfreut über die neugierige und wissbegierige Truppe. Mit einigen Spielen lockert Martin Sievers den ohnehin sehr offenen Waldschulunterricht noch weiter auf. Die Kinder verstecken Eicheln, so wie Eichhörnchen es tun.

 Später sollen sie sie wiederfinden. Am Ende des Unterrichts öffnet sich dann der Lkw-Anhänger mit weit über 100 Präparaten: ausgestopfte Tiere, die als Anschauungsmaterial zur Verfügung stehen. So nehmen die Kinder viel neues Wissen mit in ihren Alltag, bestehende Kenntnisse werden verstärkt – beispielsweise, dass man die Tiere im Wald beobachten, aber nicht stören soll. „Und Müll lässt man auf keinen Fall in der Natur herumliegen“, sind sich alle an Ende einig.

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