Kirchhofhaus Nr. X weicht Wohnbebauung
Bild: C. Alsmann
Wenn bald die Baugerüste verschwunden sein werden, soll sich der Neubau hervorragend in das Dorfbild einfügen.
Bild: C. Alsmann

Eine zukunftsorientierte Grundsanierung des hunderte Jahre alten Kirchhofhauses Nr. X war der Bauherrin Ingrid Rotermund äußerst wichtig. Nachdem im November 2011 die Planungen im Ortsausschuss zuerst auf Widerstand gestoßen waren („Die Glocke“ berichtete), rückten nach einer geänderten Planung Anfang Mai die ersten Baumaschinen an.

Ein Abriss der alten Gemäuer war dabei aus statischen Gründen unumgänglich. Dauerhafte Feuchtigkeit hatte das Mauerwerk zu stark geschädigt. „Über viele Generationen war das Haus immer wieder umgebaut worden“, weiß die Investorin, die das Gebäude 1984 von Thekla Pohlschmidt-Tenkhoff gekauft hatte. Bevor die Bautätigkeit beginnen konnte, galt es, den historischen Torbogen der ehemaligen Füchtorfer Kirchhofsburg zu sichern, an den das Haus direkt angebaut war. Eigens dafür hatte man einen Gutachter hinzugezogen und zur Sicherung umfangreiche Stützen angebracht.

Bei den Abrissarbeiten stieß man dann auf uralte Fachwerkmauern, die noch mit Lehm und Stroh aufgebaut waren. Alte Bücher und Zeitungen tauchten in abgemauerten Winkeln und Kammern auf, die von früheren Vorbesitzern zeugten. Die Nachbarn, unter ihnen Pastor Norbert Ketteler, begrüßen den Neubau und nahmen auftretende Unannehmlichkeiten geduldig in Kauf. „Wir kommen uns einfach nur entgegen“, freut sich Ingrid Rotermund über das Verständnis der Anlieger. Da war es auch klar, dass bei kirchlichen Veranstaltungen die Baumaschinen einige Zeit still blieben und der Bauzaun für die Prozession kurzerhand verrückt wurde.

Am meterhohen Kran wehte im Mai die Schützenfahne hoch über dem Tie. Von der Planung bis zur endgültigen Fertigstellung betreut Energiefachmann Kai Krampe das Projekt. „Wir erreichen rund 30 Prozent bessere Werte, wie es die Energiesparverordnung verlangt“, berichtet er.

 Drei Wohnungen zwischen 88 und 104 Quadratmetern werden Anfang kommenden Jahres in Füchtorfs „guter Stube“ bezugsfertig sein. Alle sind mit Terrasse oder Balkon direkt zum Tie ausgestattet. Die Erdgeschosswohnung wird außerdem völlig barrierefreies Wohnen ermöglichen.

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