Lebens-Mittel-Punkt an neuer Adresse
Bild: D. Reimann
Zahlreiche Helfer haben beim Umzug in die neuen Räumlichkeiten geholfen.
Bild: D. Reimann

 Während Hildegard Nährig, Monika Ebbers und Antonia Kerßenfischer am frühen Morgen die Inhalte der Schränke leeren und Tassen und Teller in bereitstehende Kisten packen, ist derweil Gerhard Schütz mit Mohammed Alia, Zakaria Anis und Erik Mader beschäftigt, Kühltruhen und Kühlschränke vom Klingenhagen in die leerstehenden Räume in der Langefort zu transportieren. Zwei Mitarbeiter der Firma Mefus Kältetechnik sind dabei, die Kühlkammer in der großen Halle abzumontieren.

Zwei Jahre Bauzeit

Keine Frage, es ist viel Arbeit, derer sich das zwölfköpfige Umzugsteam der Initiative beherzt annimmt. Es bleibt ihnen ja auch nichts anderes übrig. Das Bauvorhaben von Prof. Dr. Hubert Korte am Klingenhagen soll in Kürze beginnen. Deshalb muss der Lebens-Mittel-Punkt für die Dauer der Bauarbeiten weichen. „Wir sind froh, dass wir diese Übergangslösung gefunden haben“, erklärt Philipp Röhl, Vorsitzender des Lebens-Mittel-Punkts. Zwar sei auch das Gerco-Gebäude zwischenzeitlich mal im Gespräch gewesen, verriet er, aber das erschien den Verantwortlichen zu weit außerhalb. „Hier in der ehemaligen Bäckerei Hennemann sind wir für alle gut zu erreichen“, befindet Röhl. Nach seiner Einschätzung wird es zwei Jahre dauern, bis die Einrichtung wieder an die alte Adresse am Klingenhagen zurückkehrt. „Professor Korte ist sehr sozial. Er hat uns einen Gefrier-, Kühl- und Ausgaberaum zugesagt und eine Unterbringungsmöglichkeit für unseren Bulli“, berichtet Röhl. Bis dahin macht das Team der ökumenischen Initiative das Beste aus der Situation. Ein Mauerdurchbruch im hinteren Teil der neuen Räumlichkeiten war für den reibungslosen Ablauf unumgänglich. Dort werden Kühltruhen stehen und Regale, auf denen die Waren aufbewahrt werden.

Selbst aussuchen

Im ehemaligen Ladenlokal selbst werden die Waren demnächst auf Tischen für die Kunden zur Auswahl bereitstehen. Obst- und Gemüse, das im Regal liegt, wird von den Teammitgliedern abgegeben. Seit einigen Wochen packt das Team vom Lebens-Mittel-Punkt bereits keine Körbe mehr wie all die Jahre zuvor. Stattdessen können sich die Kunden ihre Waren selbst aussuchen. „Es waren zum Schluss immer wieder Körbe übrig geblieben. Diese enthielten zum Teil Lebensmittel, die beispielsweise Muslime nicht essen“, erklärte Hildegard Nährig.

70 Bedarfsgemeinschaften

Nachdem Ostbevern und Beelen die Körbe abgeschafft und gute Erfahrungen mit dem gezielten Einkauf gemacht haben, folgten die Sassenberger deren Beispiel. „Die Leute können sich jetzt nehmen, was sie wollen“, erklärt Philipp Röhl. Damit die Ausgabe geordnet verläuft, dürften sich nicht mehr als drei oder vier Kunden gleichzeitig im Ausgaberaum befinden. Das neue System funktioniere gut, lautet die erste Erkenntnis. Das Team freut sich zudem über eine gewisse Arbeitserleichterung: Es müssen keine Körbe mehr mit möglichst gleichem Inhalt befüllt werden. Derzeit werden 70 Bedarfsgemeinschaften vom Lebens-Mittel-Punkt unterstützt. „Hinter jeder einzelnen stecken aber häufig Familien mit vielen Kindern“, betont Röhl. Nichtsdestotrotz ist die Zahl der unterstützten Bedarfsgemeinschaften insgesamt zurückgegangen. Einen Grund dafür sieht Philipp Röhl in der jüngsten Rentenerhöhung, die den Menschen mehr Geld zugesteht. Für ihren Einkauf müssen die Kunden auch nach dem Umzug vier Euro berappen. Die Einnahmen werden dazu genutzt, die Kosten des Lebens-Mittel-Punkts, wie etwa Miete, Strom und Spritkosten, zu decken beziehungsweise zu minimieren. Durch die fortlaufenden Kosten ist die caritative Initiative nach wie vor auf Spendengelder angewiesen. „Wir freuen uns über jede Unterstützung“, konstatiert der Vorsitzende.

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