Querdel ist angetan von Hilfsbereitschaft
Bild: Rieder
Es gibt Positives und Negatives: Anja Schöne (l.) und Barbara Querdel freuen sich, dass viele Deutsche bei der Ernte helfen wollen. Allerdings fehlt vielen die Erfahrung, die Saisonarbeiter haben.
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Barbara Querdel ist richtig angetan von den Reaktionen der Menschen, die gern auf ihrem Hof bei der Arbeit mithelfen würden. Doch leider gebe es viele Terminschwierigkeiten. Denn anders als bei den osteuropäischen Arbeitskräften, auf die man alljährlich zurückgreife, könnten heimische Hilfskräfte nur zu bestimmten Zeiten oder bis zu einem festen Termin.

Vielen Erntehelfern fehlt die Erfahrung

Da die meisten keine oder nur wenig Erfahrung mitbrächten, müsse jede Kraft angelernt werden, was sich bei einem zeitlich stark beschränkten Einsatz kaum lohne. „Im Verpackungsbereich zum Beispiel ist es einfacher“, betont Barbara Querdel. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass nun doch Saisonarbeiter aus Osteuropa einfliegen dürfen, wie der Bund Donnerstagnachmittag bekanntgab.

Des Weiteren komme ein Mehr an Bürokratie hinzu, denn bei jeder helfenden Hand müsse neu geprüft werden, wie diese anzumelden und zu versichern sei. Barbara Querdel ist daher froh, dass einige der osteuropäischen Helfer bereits vor Ort waren, als die Einreisesperre einsetzte. „Glücklicherweise dürfen die auch länger bleiben“, freut sie sich.

„Irgendwann fehlen uns die Leute“

„Die nächsten ein bis zwei Wochen kommen wir hin, aber irgendwann fehlen Leute“, so ihre augenblickliche Einschätzung. Der Spargel sei dabei nur ein Problem. Zum Erdbeerpflücken benötige der Betrieb doppelt so viele Kräfte wie für die Spargelernte. Und diese Arbeit sei, entgegen landläufiger Meinung, sogar aufwendiger als das Spargelstechen. „Immerhin wird’s bei den Tomaten und den Paprika wieder leichter“, schmunzelt sie hoffnungsfroh.

Barbara Querdel sieht ähnliche Probleme für alle Betriebe der Interessengemeinschaft Füchtorfer Spargelanbauer. Eine gewisse Hoffnung ruht auf dem Datum 19. April, wenn die strengen Maßnahmen zurückgefahren werden könnten. Sie erinnert daran, dass die Spargelernte bis zum Johannistag am 24. Juni dauert und somit die Haupternte noch bevorsteht.

Wie allerdings der Verkauf organisiert wird, entscheidet jeder Spargelanbauer für sich. Querdel wird aus hygienischen Gründen keinen Hofverkauf anbieten, da durch Quarantäne auch das Gewächshaus gefährdet sein könnte. Den Spargel gibt es stattdessen bei „Hannas kleiner Garten“, wo ohnehin bereits die Gewächshausware für Querdel verkauft wird. Die Mehrzahl der Hofläden wird allerdings öffnen. Die aktuellsten Infos erhält man am Telefon, erklärt sie.

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