Rathaus ist fest in Narrenhand
Bild: D. Reimann
Den Rathausschlüssel musste Josef Uphoff abgeben an Anne I., Katti I. und Franz-Josef II. (v. l.). Dabei sieht der Brgermeister allerdings gar nicht so unglücklich aus.
Bild: D. Reimann

Nicht weniger als 34 Wagen und Fußgruppen hatten sich pünktlich um 16.33 Uhr am Schulzentrum eingefunden, um zum traditionellen Sturm auf das Rathaus zu blasen.

 Allen voran natürlich die Prinzen Franz-Josef II., „von Hebekran und Hobbyfarm“ samt Prinzessin Lisa IV. aus Füchtorf und ihre Sassenberger Tollitätenkollegen Katti I. „von Ehrengarde und Schuhparade“ mit Prinzessin Anne I. Zu ihren Prinzenlinern gesellten sich Funken, „Querulanten“, Gewerbeverein, Landjugenden, Elferräte, Ex-Tollitäten, Kindergärten und alles, was sonst derzeit in Hesselstadt und Spargeldorf Narrenkappe trägt.

 Hunderte Schaulustige, größtenteils selbst phantasievoll und bunt kostümiert, säumten die Straßen und jubelten dem „Lindwurm der Freude“ auf seinem Weg zum Rathaus zu.

In der Behörde hatten sich derweil Bürgermeister, Stadträte und Mitarbeiter verbarrikadiert. Wohl wissend, dass ihr Widerstand letztlich zwecklos sein würde, hatten sie vor dem Rathaus, quasi als Friedensangebot, eine Kapelle aufmarschieren lassen. Die Combo, zeitweise verstärkt durch Hauptamtsleiter Martin Kniesel an der Pauke, empfing die Besucher ihrerseits mit karnevalistischen Klängen.

Die Narren geizten weder mit flotten Sprüchen („Für den Bau einer Häuserkette wird die Stadt zur Marionette“ oder „Dank Füchtorfs Kirchensteuer wird unser Pfarrheim richtig teuer“) noch mit Süßigkeiten, die mit vollen Händen unter das närrische Volk geworfen wurden. Einzig mit Bürgermeister Josef Uphoff kannten die jecken Horden kein Pardon. Nur wenige Minuten nach dem Beginn des Rathaussturms musste der sich geschlagen geben und dem Prinzenduo den symbolischen Rathausschlüssel übergeben.

Bis Aschermittwoch, so versprachen es Franz-Josef II. und Katti I., werden sie ihn bestimmt nicht wieder herausrücken. Womit geklärt sein dürfte, dass auch in den noch verbleibenden tollen Tagen in Stadt und Dorf die Post abgehen wird. Anschließend feierten die Karnevalisten ihren tollen Tag mit einer Supersause im Zelt, das im Innenhof des Rathauses aufgestellt worden war. Und in den umliegenden Kneipen ging auch noch lange nicht das Licht aus.

SOCIAL BOOKMARKS