San Francisco statt Sassenberg
Die „Wings Wall“ in der Melrose Avenue in Los Angeles verleiht Flügel. Sie ist ein bekannter Touristentreff in Hollywood.

„Man muss bereit sein“, antwortet Jessica Benson auf die Frage, wie man eine lange Reise angehen solle. Sie selber war bereit – im Juli 2017. Als Au-pair bei der Organisation „Cultural Care“ ging sie zunächst nach Seattle.

„Man muss offen sein für negative Erfahrung“

Aufgrund von Problemen innerhalb der Gastfamilie musste sie diese nach vier Monaten verlassen. „Das hat mir Angst gemacht, ich wollte nicht nach Hause. Aber man muss beim Reisen auch offen für negative Erfahrungen sein,“ berichtet Benson.

Miami Beach

Sie fand eine neue Familie in Florida und konnte die nächsten acht Monate des geplanten Jahres dort verbringen. „Nach dem ersten Jahr wollte ich noch nicht zurück nach Deutschland. Es fühlte sich so an, als würden noch mehr Abenteuer kommen“, erzählt die 21-Jährige.

„Die Kontakte, die man knüpft, sind viel wert“

Also habe sie nach einer dritten Familie gesucht und diese in Portland gefunden.

Nachdem sie das zweite Jahr mit ihr verbracht hatte, fiel der Abschied von den Kindern besonders schwer. „Am letzten Abend saßen wir alle im Kinderzimmer und haben geweint“, erinnert Benson sich.

Trotz aller Traurigkeit sprächen solche Erfahrungen für das Reisen: „Die Kontakte, die man knüpft, sind viel wert.“ Auch außerhalb der Familien seien solche Bekanntschaften wichtig gewesen.

Viele Kulturen treffen auf- und lernen voneinander

Das Netzwerk von „Cultural Care“ erleichterte das Kennenlernen anderer Au-pairs. „Wir kamen von überall her“, sagt Benson.

Mit Schlittenhunden in Alaska

„Manchmal trafen wir uns abends nach der Arbeit und stellten fest: ,Wir sind hier gerade mit so vielen Kulturen und alle verstehen sich’ – das verbindet natürlich“.

Auch die amerikanische Kultur habe sie durch viele Reisen gut kennengelernt. Benson hat New York und die Sonnenuntergänge Mauis gesehen, ist mit Schlittenhunden durch Alaska gefahren und hat den Grand Canyon besichtigt.

Der Höhepunkt ist Hollywood

„Mein Highlight war eine Wanderung am Hollywood Sign“, berichtet sie begeistert. „Es war surreal, ich konnte gar nicht fassen, dass ich wirklich da bin.“ Auch außerhalb der Staaten hat sie viel gesehen. Sie war in Kanada, auf den Bahamas und in Südamerika. „Ich bin alleine durch Mexico City gereist – mal raus aus der Komfort-Zone.“

Zurück in Sassenberg ist Benson als Ambassador bei „Cultural Care“ tätig: „Ich möchte andere inspirieren, diesen Traum zu leben“, sagt sie. „Es lohnt sich.“

Mehr in der „Glocke“ am Mittwoch

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