Schützen-Tradition in jeder Generation
Bild: S. Austrup
Schützenleben vereint Generationen: (v.l.) Christian, Wilhelm, Peter und Matthias Hartmann freuen sich auf das anstehende Jubiläum „175 Jahre Bürgerschützenverein Sassenberg“.
Bild: S. Austrup

Bereits in vierter Generation durchzieht die Schützenkultur das Familienleben wie ein roter Faden. Wilhelm Hartmann, der jahrelang Hauptmann war und nun im Ehrenvorstand des Bürgerschützenvereins einen Posten innehat, wurde die Königsehre bis heute zwar verwehrt. „Ich war 1973 kurz vor dem Ziel und visierte den Adler an, da spürte ich einen Ruck an meiner Jacke“, berichtet der rüstige Senior.

Ehefrau Käthe hatte erfahren, dass Willi auf den Vogel schießen wollte und eilte aus ihrem Lebensmittelladen in den Brook. Ohne die grüne Schützenjacke darf kein Schuss mehr abgegeben werden – das besagt die Tradition im Vereinsbuch. Und so geschah es, dass Käthe mit einem gezielten Ruck die Schützenjacke ihres Willi an sich nahm und für den Tag sicher unter Verschluss behielt.

 Auch die späteren Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. So blieb Willi, wie sein Vater Bernhard Hartmann, der von 1949 bis 1955 Schützenpräsident des Vereins war, ohne Königstitel. Dem Sohn und Mitglied der Feuerwehr, Peter Hartmann, gelang aber im Jahr 1985 der finale Schuss auf den Vogel. Passend zum 100-jährigen Wehrbestehen kündigte er schon sein Vorhaben an, König werden zu wollen.

„Spontan suchte ich mir den Thron und wir machten uns auf in den Brook“, so Peter Hartmann. Im gleichen Jahr war die Zahl der Bewerber hoch, bedingt durch das Jubiläum des Pfarrcäcilienchors. Dennoch gelang es ihm: Gegen acht harte Konkurrenten setzte sich Hartmann an der Vogelstange durch. Auch seine Söhne Christian und Matthias nehmen aktiv am Schützenleben teil. 25 Jahre nach dem Erfolg des Vaters ergriff Matthias seine Chance und überzeugte mit Treffgenauigkeit im Kampf um den Vogel.

„Es hat mich besonders gefreut, denn es war das erste Fest, bei dem ich schießen durfte“, so der Sassenberger. Geschossen werden darf erst ab 25 Lebensjahren. Natürlich war dies auch das Jahr des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr, in der Matthias Hartmann wie sein Vater aktiv ist. Zwei Jahre muss der 23-jährige Christian Hartmann, Mitglied der Ehrengarde sowie der Wehr, noch warten, bevor auch er schießen darf.

Wer mitgerechnet hat, kann sich sicher sein: Es wird also spannend, ob es schon in zwei Jahren oder erst 2035 so weit sein wird, dass der nächste König wieder ein Hartmann ist, denn in 22 Jahren feiert die Freiwilligen Feuerwehr ihr 150-Jähriges.

SOCIAL BOOKMARKS