Sekundarschule in Aktion erlebt
Bild: D. Reimann
Schüler und Schülerinnen der fünften Jahrgangsstufe der Profilschule Ascheberg stellten „Segelstunden“ vor.
Bild: D. Reimann

Anhand zahlreicher Stationen konnten sich die Besucher ein Bild davon machen, wie die Sekundarschule angelegt und ausgestattet ist. Konzentriert sitzen die zwölf Schülerinnen und Schüler der fünften Jahrgangsstufe der Profilschule Ascheberg an den Tischen und bearbeiten die vor ihnen liegenden Arbeitsblätter.

Die Kinder lassen sich nicht stören. Weder von den Besuchergruppen, die einen Blick in den Klassenraum werfen, noch von den Erklärungen, die ihre Lehrerin Susanne Wachholz den Besuchern gibt. Die Förderschullehrerin stellt mit ihren Schülern das selbstgesteuerte Lernen, kurz Segelstunden genannt, vor. Diese nehmen sechs Wochenstunden im Stundenplan ein. Wie Wachholz erläutert, gehen die Schüler in den Segelstunden ihrem Wochenarbeitsplan nach. Sie beschäftigen sich mit den Aufgaben, die sie in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch in der Woche zu erledigen haben. „Wir dürfen uns selbst aussuchen, welches Fach wir bearbeiten, und das ist toll“, sagen die Fünftklässler Mona und Michelle. „Die Schüler arbeiten viel zielgerichteter, und selbstständiger. Sie können besser einschätzen, was sie können und wo Nachholbedarf besteht“, ergänzt Wachholz. Das binnendifferenzierte Lernen, also die individuelle Förderung jedes Einzelnen, das ebenfalls in den Leitlinien der Sekundarschule verankert ist, bestimmt in der Hauptschule schon seit längerem den Unterricht.

Was es damit auf sich hat, zeigen an diesem Morgen Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs anhand des Stationenlernens im Mathematikunterricht. Je nach Leistungsstärke stehen den Schülern unterschiedliche Aufgaben bereit. Neben der gegenseitigen Hilfe sollen Tipp-Karten den Schülern helfen, selbstständig zur Lösung zu gelangen. Klappt das nicht, ist immer die Lehrerin, an diesem Morgen Ingeborg Muesmann, zur Stelle. „Das Unterrichten ist zwar anders als früher, sagt auch Birgit Schlebbe, die das Experimentieren im Chemieanfangsunterricht präsentiert, aber es funktioniert.“ Schlebbe hat ebenso wie Reinhold Bussieweke, Ina Biberstein und Jutta Noe an der Fortbildung „Gemeinsames Lernen“ in der Schweiz teilgenommen.

Die enge Verbindung zwischen Schulsozialarbeit und Schule wird an diesem Morgen sowohl von Schulsozialarbeiterin Lioba Garmann von der Hauptschule als auch von ihrer Kollegin aus Ascheberg, Kirsten Bayer´, verdeutlicht. Maria Cordt und Jürgen Schürenkamp, die beiden Studien- und Berufswahlkoordinatoren, erklären den Besuchern, wie umfassend die Schüler sowohl theoretisch als auch praktisch bei der Berufswahl unterstützt werden.

Die Kooperationspartner der Sekundarschule, das Augustin-Wibbelt-Gymnasium sowie das Paul-Spiegel-Berufskolleg, waren ebenfalls vertreten.

Weitere Informationen erhielten die Besucher in den naturwissenschaftlichen Räumen, die nach den Worten von Mathematiklehrer Hermann-Josef Eilers „technisch modernst“ ausgestattet sind. „Hier hat jedes Kind einen eigenen Laptop zur Verfügung“, sagt er und erläutert sogleich, wie die mathematische Lernsoftware in den Unterricht integriert wird. „Die Schüler können hier in ihrem eigenen Tempo lernen und erfahren zudem, wo im täglichen Leben diese Art der mathematischen Aufgaben von Nutzen sind“, erklärt Eilers. Reger Andrang herrschte auch bei der Lernberatung, die die Schulleiterin der Ascheberger Profilschule, Sylke Reimann-Perez, durchführte.

Die Eltern nutzten die Gelegenheit, alle Fragen loswerden, die ihnen auf dem Herzen lagen. Unter ihnen auch der Schulpflegschaftsvorsitzende der Städtischen Realschule, Torsten Foth. Er stellte fest, dass Schule sich heute verändern müsse: „Es gibt keine andere Möglichkeit, den Schulstandort zu sichern“, zeigt er sich überzeugt. Reinhold Bussieweke und Bürgermeister Josef Uphoff jedenfalls freuten sich abschließend über den regen Besucherandrang und den intensiven Austausch, der beim „Tag der Offenen Tür“ zur Sekundarschule stattgefunden hat.

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